1. Saarland

Kommunen sollen beim Bad zusammenarbeiten

Kommunen sollen beim Bad zusammenarbeiten

Homburg. Sie ist noch ziemlich jung, gerade einmal ein paar Monate zählt die Fraktion für Homburg (FFH), die im Februar gegründet wurde von Peter Müller und Elke Pätzold, die da gerade der FDP den Rücken gekehrt hatten. Inzwischen sorgt sie mit hörbaren Zwischenrufen immer wieder für Wirbel in Homburg - und sie hat weiter Zuwachs bekommen: von drei Ex-Mitgliedern der Linken

Homburg. Sie ist noch ziemlich jung, gerade einmal ein paar Monate zählt die Fraktion für Homburg (FFH), die im Februar gegründet wurde von Peter Müller und Elke Pätzold, die da gerade der FDP den Rücken gekehrt hatten. Inzwischen sorgt sie mit hörbaren Zwischenrufen immer wieder für Wirbel in Homburg - und sie hat weiter Zuwachs bekommen: von drei Ex-Mitgliedern der Linken.Vier FFHler, neben Müller und Pätzold auch Manuel Schmidt und Hans Josef Reichhart, haben ein Gespräch mit unserer Zeitung geführt, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Was sie vor allem umtreibt: "der Besorgnis erregende Zustand der Stadt", betont Müller. Homburg entwickle sich gar nicht oder zum Schlechten, fügte er hinzu. Ein Beispiel dafür: das geplante Kombibad an der Hinkelsbix bei Bruchhof. Den Standort halten sie für falsch: 20 Meter entfernt von einer ECE-Bahnstrecke, das sei gefährlich und für die Freizeit "völlig daneben. Wir wollen einen Standort mit Magnetkraft. Es gibt schönere Plätze in Homburg", betonte er. Ebenfalls keine Gegenliebe findet die angedachte Finanzierung über eine Öffentlich-Private-Partnerschaft (ÖPP), auch als PPP - Private-Public-Partnership geläufig. "Als ob solche PPP-Modelle nicht auch zu Schulden führen", beanstandeten sie die Pläne der Stadt. Zudem stellt die FFH die Frage: Warum können Nachbarkommunen sich nicht zusammentun? "Nachdem St. Ingbert und Neunkirchen vor ein paar Jahren ihre Bäder gebaut haben, war diese Tür zu. Nun tut sie sich plötzlich wieder einen Spalt auf durch Bexbach. Da sind Kooperationsmöglichkeiten drin", erläuterte Peter Müller.

Wegen der katastrophalen Haushaltslage der Stadt Bexbach hatten Experten kürzlich unter anderem vorgeschlagen, das hoch defizitäre Freibad Hochwiesmühle zu schließen. Auch Kirkel, so Müller, werde massive Probleme bekommen, da die beiden Unternehmen Praktiker und die Herweck AG wegzögen. "Ob sie dann zwei Freibäder halten können, wage ich zu bezweifeln." Nun sei intelligentes Handeln gefragt, unterstrichen die FFH-Mitglieder. "Wenn ein Schwimmbad etwas taugt, dann fahren die Leute auch." Man könne eine Entscheidung zurücknehmen, sagte Müller mit Blick auf das Kombibad. Wenn man sich zusammensetze, finde sich schon eine Lösung. Homburg solle auf Bexbach und Kirkel zugehen.

Weiteres Thema: das geplante Einkaufszentrum auf dem Enklerplatz. Im Endeffekt sei dies eine "falsche Standortentscheidung". Viele Dinge seien nicht ausdiskutiert worden, etwa die Verkehrsproblematik. Bei geschätzten 6000 bis 9000 Autos zusätzlich "kommen die Leute und stehen nur im Stau". Entscheidend sei zudem die Größe der Einkaufsgalerie.

Damit die Innenstadt nicht kaputtgehe, seien 12 000 Quadratmeter auf dem Enklerplatz und um die 6000 Quadratmeter auf dem Vauban-Carrée besser, als alles an einer Stelle zu zentrieren. Ohnehin sei die jetzt geplante Reihenfolge falsch. Besser sei es, zuerst das Vauban-Carrée, dann auf dem Enklerplatz zu bauen.

Meinung

Jetzt neu

diskutieren!

Von Merkur-MitarbeiterPeter Neuheisel

Präsentierten ihre Ideen für und Sorgen um die Stadt in der Homburger Redaktion unserer Zeitung: Manuel Schmidt, Peter Müller, Elke Pätzold und Josef Reichhart, alle FFH. Foto: Redaktion
Präsentierten ihre Ideen für und Sorgen um die Stadt Homburg: Manuel Schmidt, Peter Müller, Elke Pätzold und Josef Reichhart, alle FFH. Foto: Redaktion

Bis jetzt hat die Stadt Homburg auch im zweiten Jahr nach der Freibad-Schließung "Glück". Das Wetter lud bislang wahrlich nicht zum Sprung in die kalten Fluten ein. Deshalb bleibt die öffentliche Entrüstung ob des Fehlens eines Bades aus - oder den Leuten fehlt es ohnehin nicht. Merkwürdig ruhig ist es auch in der Homburger Kommunalpolitik, nachdem vor zwei Wochen erstmals öffentlich der Vorschlag unterbreitet wurde, die beiden klammen Städte Homburg und Bexbach (demnächst auch Kirkel?) sollen doch ihre alten Bäder schließen und gemeinsam ein Kombibad bauen. Diese Ruhe kann an den Ferien liegen oder aber daran, dass die große Homburger Stadtratsmehrheit trotz neuer Entwicklungen an ihren Neubauplänen an der Hinkelsbix festhält und keine weitere Diskussion zulassen möchte. Dabei wären diese nicht nur sinnvoll, sondern dringend erforderlich. Noch ist Zeit dazu und nichts entschieden.