Kommentar zur Bertelsmann-Stiftung zur Gewalt unter Schülern: Mehr Zeit für Empathie

Umgang mit Gewalt an Schulen : Mehr Zeit für Mitgefühl!

Das wahre Leben eben. Wir waren alle mal Schüler, und wir wissen: Schüler können verdammt grausam sein. Heute haben sie ganz andere Möglichkeiten, um ihre Grausamkeiten auszuleben.

Aber das ist nicht neu. Kinder sind auch nur kleine Menschen. Und kleine wie große Menschen unterlassen es – in der Regel – anderen Menschen Böses anzutun, wenn sie spüren, dass es auch üble Konsequenzen für sie hat, beziehungsweise haben kann. Und da wären wir wieder beim Thema Empathie. Jede Aufklärungsarbeit muss die Kompetenz stärken, sich in andere einzufühlen.

Wenn ich selber verstehe, dass auch meine Smartphone-Fotos für jeden einsehbar sein könnten, dann steigen – in der Regel! – die Hemmungen, leichtfertig mit den Daten anderer hausieren zu gehen. Deswegen, liebe Lehrer, bitte mehr Gespräche, mehr Theatergruppen, mehr Experimente mit Selbsterfahrung, mehr vom „Über-die-Schule-hinaus“! Aber Moment. Dafür braucht es ja Ressourcen. Dafür braucht es Experten und Lehrer, die nicht nur in der Pause eine halbe Minute Zeit haben, um sich um private Anliegen zu kümmern. Mitgefühl braucht Ressourcen. Wenn es abhanden kommt, weil alles andere Priorität hat, können wir die Schulen gleich dichtmachen.

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