1. Saarland

Knochenfit bis ins hohe Alter

Knochenfit bis ins hohe Alter

Ein kleiner Sturz, eine falsche Bewegung - schon ist ein Knochen gebrochen. Für Menschen mit Osteoporose kann die kleinste Bewegung zur Gefahr werden. Wurde die auch als Knochenschwund bekannte Erkrankung früher als Alterserscheinung abgetan, muss sie heute als Volkskrankheit ernst genommen werden

Ein kleiner Sturz, eine falsche Bewegung - schon ist ein Knochen gebrochen. Für Menschen mit Osteoporose kann die kleinste Bewegung zur Gefahr werden. Wurde die auch als Knochenschwund bekannte Erkrankung früher als Alterserscheinung abgetan, muss sie heute als Volkskrankheit ernst genommen werden. Nach Angaben des Kuratoriums für Knochengesundheit werden 2016 knapp 40 Prozent aller Deutschen über 50 von der Skeletterkrankung betroffen sein - Frauen fünfmal häufiger als Männer. Eine geringere Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes ziehen dabei eine vermehrte Brüchigkeit nach sich. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, kann ihr Fortschreiten jedoch wirksam gebremst werden. Moderne kombinierte Behandlungsmethoden helfen Betroffenen, aktiv und fit zu bleiben (Infos: www.konnektiv-osteoporose.de und www.osteoporose.org).Gerade für die Knochengesundheit ist regelmäßige Bewegung von größter Wichtigkeit. In der medikamentösen Therapie werden drei Wirkmechanismen unterschieden: Während einige Substanzen wie die sogenannten Bisphosphonate vor allem den Knochenabbau bremsen, fördern selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren und Parathormone primär den Knochenaufbau. Als dritte Behandlungsoption gibt es seit einiger Zeit einen weiteren Wirkstoff, der beide Effekte kombiniert. Ein Stoff mit zweifacher Wirksamkeit: "Die Substanz, der ein duales Wirkprinzip zugeschrieben werden kann, ist Strontiumranelat", erklärt Prof. Dr. Johann Ringe. Der Stoff wirke bezüglich des Knochenstoffwechsels in beide Richtungen positiv: "Knochensubstanz und -festigkeit nehmen zu, ohne dass die Materialerneuerung verzögert wird", weiß der Experte. Die Wirkung gelte bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose für Wirbelbrüche sowie andere Knochenbrüche einschließlich Hüftfrakturen. Prof. Ringe: "Inzwischen liegt sogar erstmals eine Fünf-Jahres-Studie vor, die die Wirksamkeit des Wirkstoffs belegt." Die Verlängerung der Studie über acht Jahre bestätige diese Daten. (djd)