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Knallbunte Hybrid-Busse für Metz

Knallbunte Hybrid-Busse für Metz

Paris/Metz. Ab September 2013 sollen durch Metz modernere und umweltfreundlichere Busse in vier knalligen Farben rollen. In eigenen Spurrinnen wie eine Straßenbahn, aber mittels Zusammenspiel von Diesel- und Elektromotor "hybrid" ("gemischt") betrieben. Die 27 Busse wären die ersten ihrer Art auf französischen Straßen

Paris/Metz. Ab September 2013 sollen durch Metz modernere und umweltfreundlichere Busse in vier knalligen Farben rollen. In eigenen Spurrinnen wie eine Straßenbahn, aber mittels Zusammenspiel von Diesel- und Elektromotor "hybrid" ("gemischt") betrieben. Die 27 Busse wären die ersten ihrer Art auf französischen Straßen. Ein Modell ist kürzlich auf der Pariser Messe für öffentlichen Transport vorgestellt worden: ein 24 Meter langer, windschnittiger Gelenkbus in knalliger Himbeerfarbe. Bis zu 150 Personen soll er befördern und über zwei verschiedene Linien Industriegebiete und Gewerbezentren im Norden, Osten und Süden von Metz besser an das Zentrum anbinden. Ein Ziel des Projektes ist es, 80 Prozent der städtischen Arbeitsplätze und rund die Hälfte der Arbeitsplätze des Gemeindeverbands mit Buslinien zu verbinden.Das straßenbahnähnliche Design kommt von Eric Rhinn vom Lyoneser Designbüro Avant Premiere. Hinter der Hybrid-Technik steckt der belgische Nutzfahrzeughersteller Van Hool. "Exquicity" haben die Belgier den Bustyp getauft, das Design ist extra für Metz entwickelt worden. Sven Somers, bei Van Hool Vize-Direktor für Technik, erklärte auf der Pariser Messe, wie der serielle Hybridantrieb der Busse funktioniert: "Der Dieselmotor befindet sich im hinteren Teil des Busses und treibt nur den Generator an, welcher den Elektromotor speist. Dieser Motor läuft sehr leise und treibt die Räder an." Bremsenergie wird gespeichert in zwei Lithium-Ionen-Akkus mit je 120 Kilowatt Leistung, so dass die gesammelte Energie beim Verlassen der Haltestellen, bei Beschleunigungen oder für Klimaanlage und Heizung wieder genutzt wird. "Wir gehen nach den Tests davon aus, dass die Busse 54 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, 25 Prozent weniger Energie als klassische Dieselbusse", erklärt Somers auf Nachfrage der zahlreich versammelten Kommunalpolitiker des Metzer Ballungsraumes. Aber nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch behindertengerechter sollen sie sein: In den Hybrid-Spurbussen gibt es je zwei Rampen, zwei Gehbehindertenplätze und drei Plätze für Blinde und ihren Hund. Stationen und mögliche Verbindungen werden auf Bildschirmen im Bus und an der Haltestelle angezeigt. "Besser als alles, was es bisher in Metz gibt", sagt Jean-Louis Lecocq vom Metzer Delegiertenrat für Behinderung.

Dominique Gros, sozialistischer Bürgermeister von Metz, sieht das Großprojekt bei der Premiere in Paris bestätigt: "Es gibt jetzt ein sichtbares Ergebnis, die Debatten sind schon kleiner geworden und werden nun auch nicht mehr dieselbe Bedeutung haben." Nicht nur die UMP-Abgeordnete Marie-Jo Zimmermann und Stadtratsmitglied Emmanuel Lebeau hatten das Projekt in der vergangenen Zeit wiederholt hinterfragt und als zu teuer kritisiert. Es löse nicht die Verkehrsprobleme bei der Anbindung der Peripherie. Kosten soll das Projekt knapp 200 Millionen Euro, 2009 waren noch 146 Millionen Euro kalkuliert worden. Entstanden ist die Idee vor zehn Jahren.

Mit dem Start der Mettis-Busse wird das bisherige Busnetz in Metz umstrukturiert. Bis dies soweit ist, werden "Exquicity"-Busse auch schon im spanischen Barcelona und im italienischen Parma fahren.