Klinik-Freunde fordern Klarheit

Klinik-Freunde fordern Klarheit

Dillingen. "Präsentieren Sie umgehend ein tragfähiges Zukunftskonzept für das Dillinger Krankenhaus. Das sind alle Verantwortlichen - nach zwei Jahren ergebnislosen Verhandelns - den Mitarbeitern des Krankenhauses und der Bevölkerung schuldig

Dillingen. "Präsentieren Sie umgehend ein tragfähiges Zukunftskonzept für das Dillinger Krankenhaus. Das sind alle Verantwortlichen - nach zwei Jahren ergebnislosen Verhandelns - den Mitarbeitern des Krankenhauses und der Bevölkerung schuldig." Der Freundes- und Förderverein (FFV) des Dillinger Caritas-Krankenhauses richtet in einem offenen Brief diesen Appell insbesondere an den Träger, die Cusanus-Trägergesellschaft (ctt).

Chefarzt hat gekündigt

Für den FFV legten gestern Norbert Bannenberg (Vorsitzender), Andreas Krüger (zweiter Vorsitzender) und Wolfgang Mohr (Schatzmeister) den offenen Brief vor. "Wir haben es mit einer dramatischen Verschärfung der Lage zu tun", sagte Bannenberg. Denn der ärztliche Direktor des Caritas-Krankenhaues, Dr. Matthias Schelden, hat zum Jahresende gekündigt. Das ist aus Sicht des FFV nicht nur ein kaum zu kompensierender Verlust für das Krankenhaus. Die Vorsitzenden befürchten auch ein "Ausbluten" des Hauses.

Wie berichtet hatte Tania Masloh, Geschäftsführerin sowohl der ctt als auch der Marienhaus-GmbH, die Trägerin der St.-Elisabeth-Klinik Saarlouis ist, "ein Krankenhaus an zwei Standorten" entwickeln wollen. Scheldens Kündigung ist für den Förderverein ein deutliches Zeichen, dass dies nicht in der für Dillingen gewünschten Form klappt. Sie sehen tiefschwarze Wolken über dem Standort Dillingen.

Schelden bestätigt, dass er zum Ende des Jahres gekündigt hat. Loyalität zum Haus verbietet es ihm, weitere Kommentare abzugeben. "Es wäre eine fürchterliche Last für mich, wenn es hieße, nicht als Kapitän, sondern als Ratte verließe ich das sinkende Schiff", sagt er. Er will auch im kommenden halben Jahr alles tun, um dem Caritas-Krankenhaus eine gute Perspektive zu schaffen.

Träger wiegelt ab

Für Masloh beantwortet Marienhaus-Pressesprecher Heribert Frieling die Anfrage der SZ. Die Kündigung Scheldens bedauert er. Dass eine tragfähige Verbundlösung gefunden werde, sei aber nicht in Frage gestellt. "Es bleibt bei einer Klinik an zwei Standorten, das heißt, wenn Sie so wollen, einer Klinik an acht Standorten, denn für Marienhaus- und ctt-Krankenhäuser sind wir mit dem Ministerium in guten Gesprächen", sagt Frieling. Neunkirchen, Ottweiler, St. Wendel, Lebach, Losheim, Wadern "sowie ausdrücklich Dillingen und Saarlouis", sagt Frieling, seien die acht Standorte im Konzept, dabei bleibe es. - Eine Stellungnahme der Mitarbeitervertretung war nicht zu bekommen.

Meinung

Die Worte hör' ich wohl …

Von SZ-RedakteurMathias Winters

Irgendwas stimmt da nicht so recht. Die Worte hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube: Wenn alles so reibungslos auf einen starken Verbund der saarländischen Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft bei Marienhaus-GmbH und Cusanus-Trägergesellschaft hinausläuft, warum dann diese unharmonischen Begleittöne?

Ein Archivbild aus ungetrübten Zeiten: Der scheidende ärztliche Direktor Dr. Matthias Schelden, umrahmt vom Fördervereins-Vorsitzenden Norbert Bannenberg (rechts) und dem zweiten Vorsitzenden Andreas Krüger, aufgenommen vor dem Caritas-Krankenhaus in Dillingen. Foto: Thomas Seeber.

Die Geschäftsführerin der Träger Tania Masloh hatte versprochen, das Neue "mit den Menschen" in den Häusern zu entwickeln, sie "mitzunehmen". Gewiss heißt das nicht, Verhandlungen auf dem Marktplatz austragen zu müssen. Doch kann es überraschen, wenn Kündigung des Chefarztes und - freundlich formuliert - zurückhaltende Information der Öffentlichkeit große Sorgen bereiten? Zerstreuen Sie die, Frau Masloh!