Klimawandel sorgt für höhere Waldbrandgefahr im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Daten des Wetterdienstes : Höhere Waldbrandgefahr im Saarland durch Klimawandel

Daten des Wetterdienstes belegen die Auswirkungen der globalen Erwärmung in der Region. Die Grünen sehen die Landesregierung in der Pflicht.

Im Saarland nimmt die Hitze zu, die Waldbrandgefahr steigt. Das zeigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Rettungskräfte sind alarmiert. Der Klimawandel vor der eigenen Haustür beschäftigt an diesem Samstag den Deutschen Feuerwehrverband (DFV) bei seiner Delegiertenversammlung in Saarbrücken.

„Wir werden eine Zunahme anderer Einsatzszenarien haben“, sagte DFV-Präsident Hartmut Ziebs vor dem Treffen. „Das ist eine neue Herausforderung.“ Künftig würden die oft freiwilligen Feuerwehrleute nicht nur wenige Stunden, sondern möglicherweise eine ganze Woche im Einsatz sein, sagte Ziebs. Die Bundesregierung hat bereits 2008 eine Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel, kurz DAS, beschlossen. Berlin will mit den Ländern örtliche Behörden und Einsatzkräfte auf Extremwetter vorbereiten.

In Rheinland-Pfalz und dem Saarland stieg die Zahl heißer Tage zwischen 1951 und 2018 im linearen Trend um 7,7 Tage pro Kalenderjahr an. Heiße Tage sind für die Meteorologen solche, an denen die Temperaturen über 30 Grad liegen. Gleichzeitig wächst das Risiko von Waldbränden, wie Auswertungen des Wetterdienstes zeigen. Demnach nehmen zwischen Frühjahr und Herbst die Tage zu, an denen eine hohe oder sehr hohe Brandgefahr herrscht.

Einsatzkräften machen auch Unwetter zu schaffen. 2018 richteten Starkregen und Überschwemmungen im Saarland erhebliche Schäden an. Einen Trend zu solchen Extremen können Experten in der Region jedoch nicht erkennen. Aufgrund der Seltenheit solcher Ereignisse reiche die Datenbasis nicht aus.

Der Bundestagsabgeordnete Markus Tressel (Grüne) hat diese Wetterdaten bei der Bundesregierung erfragt. Er hatte unter anderem wissen wollen, wie sich Hitze und Kälte im Saarland seit Beginn der Aufzeichnungen entwickelt haben.

Demnach folgen heißen Sommern immer mildere Winter. Die Zahl der Frosttage mit einer Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt sank seit 1951 um 22,6 Tage pro Kalenderjahr. Heute fällt auch weniger Schnee als in der Nachkriegszeit. Das zeigt die Erhebung der Tage, an denen es eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter gab. Ihre Zahl verringerte sich um 14,4 Tage im Jahr.

Markus Tressel saarländischer Bundestagsabgeordneter der Grünen, Vorsitzender der Saar-Grünen. Foto: Erik Marquardt

Tressel, der auch Grünen-Landeschef ist, sieht nun die Landesregierung von CDU und SPD unter Zugzwang. „Die große Koalition im Saarland macht den Eindruck, als sei die Klimakrise mit all ihren Folgen noch nicht im Saarland angekommen“, sagte er. Notwendig seien verbindliche Klimaziele für das Land, die in einem Klimaschutzgesetz verankert werden müssten, so Tressel.

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