Klimawandel ist Unterrichtsstoff an Saar-Schulen

Unterricht an Saar-Schulen : Welche Rolle Klimawandel in der Schule spielt

Angesichts der regelmäßigen Klimaproteste von Schülern wünschen sich Lehrerverbände im Saarland, dass der Klimawandel im Unterricht eine größere Rolle spielt. Die SZ fragte im Bildungsministerium nach, was die Lehrpläne dazu sagen.

Der Klimawandel sei eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit und werde daher sowohl im Fachunterricht als auch im fachübergreifenden Unterricht „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) umfassend behandelt, antwortete Ministeriumssprecherin Marija Herceg auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung.

Demnach wird der Klimawandel bereits in der Grundschule thematisiert, und zwar im Sachunterricht der Klassenstufen 3 und 4 („Klimawandel: Ursachen, Wirkungen, Folgen und Klimaschutz“). An den Gemeinschaftsschulen steht das Thema in Klassenstufe 8 im Lehrplan der Gesellschaftswissenschaften („Klima und Klimawandel – Ursachen, Folgen, Lösungsmöglichkeiten, Projektideen“). Außerdem wird es in den Klassenstufen 7/8 im Fach Ethik im Zusammenhang mit weiteren globalen Problemen behandelt („Globalisierung – Chancen und Gefahren“).

In der gymnasialen Oberstufe wird das Thema Klimawandel laut Ministerium in Klassenstufe 10 (Gymnasien) beziehungsweise 11 (Gemeinschaftsschulen) zehn Stunden lang in Erdkunde behandelt („Energie,  Klimawandel und Nachhaltigkeit“). Im Grundkurs Erdkunde stehen zehn weitere Stunden „Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit“ sowie „Klimawandel und Nachhaltigkeit“ im Lehrplan.

Um der Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit zusätzlich Nachdruck zu verleihen, sollen in Zukunft Schulen, die sich besonders in Sachen Nachhaltigkeit hervortun, für ihr Engagement ausgezeichnet werden. Eine entsprechende Zertifizierung „Schule der Nachhaltigkeit“ werde gerade vorbereitet. „Das soll auch ein Anreiz für andere Schulen sein, im Bereich Nachhaltigkeit noch mehr zu tun“, sagte die Sprecherin.

Ministeriumssprecherin Herceg wies zudem die Darstellung des Lehrerverbandes VRB zurück, wonach das Thema Wetter/Klima durch Fächerzusammenlegungen oft nicht mehr von Fachlehrern unterrichtet werde und zu dem Thema oft nur veraltetes oder tendenziöses Material zur Verfügung stehe. Grundsätzlich folgten Lehrkräfte in der politischen Bildung den Prinzipien des „Beutelsbacher Konsenses“ von 1976 der unter anderem vorschreibt, dass Lehrer ihre Schüler nicht zu einer bestimmten Sichtweise drängen dürfen und sie ein gesellschaftlich kontrovers diskutiertes Thema auch im Unterricht kontrovers darstellen müssen. „Selbstverständlich unterrichten Lehrerinnen und Lehrer auch das Thema Klimawandel vor diesem Hintergrund und berücksichtigen verschiedene Perspektiven und Standpunkte“, erklärte Herceg.

Das Zentrum „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) als Außenstelle des Landesinstituts für Pädagogik und Medien (LPM) biete ausführliche und hoch aktuelle Fortbildungen zum Thema an, so Herceg.

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