Klimaschutzprojekt soll weitergehen

Klimaschutzprojekt soll weitergehen

Merchweiler. Einen gültigen Beschluss durften die Ratsmitglieder der drei Gemeinden Quierschied, Merchweiler und Illingen in ihrer gemeinsamen Sitzung am Freitagabend nicht fassen. Das verhinderte das Landesamt für Verwaltung (LaVA). "Sehr bedauerlich", sprach das Illinger SPD-Fraktionsmitglied Guido Jost allen Anwesenden aus der Seele

Merchweiler. Einen gültigen Beschluss durften die Ratsmitglieder der drei Gemeinden Quierschied, Merchweiler und Illingen in ihrer gemeinsamen Sitzung am Freitagabend nicht fassen. Das verhinderte das Landesamt für Verwaltung (LaVA). "Sehr bedauerlich", sprach das Illinger SPD-Fraktionsmitglied Guido Jost allen Anwesenden aus der Seele. Jetzt müssen die drei Gemeinderäte in getrennten Sitzungen über die Fortführung des Klimaschutzprojektes beschließen. Die beiden Vertreter des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (Ifas) aus Birkenfeld, Bereichsleiter Thomas Anton und Projektmanager Christian Koch, konnten offenbar das Gros der drei Gemeinderäte mit den Ergebnissen des integrierten Klimaschutzkonzeptes überzeugen. Die drei Bürgermeister Karin Lawall (Quierschied), Armin König (Illingen) und der Hausherr des Abends, Walter Dietz (Merchweiler), stehen ohnehin hinter dem Projekt, das unter der Leitung des Gaswerkes Illingen am 1. September 2011 gestartet worden ist. Verbandsvorsteher König bezeichnete es als "spannend, wie große Umweltpolitik auf die kommunale Ebene heruntergebrochen werden kann". Schließlich haben die drei Gemeinden zusammen nur noch etwas mehr als 40 000 Einwohner.

Langfristiges Ziel

Dass hier trotzdem in erstaunlich großen Dimensionen etwas für das langfristige Ziel, sogenannte Null-Emissions-Gemeinden zu werden, getan werden kann, zeigte Thomas Anton in seiner detaillierten Abschlusspräsentation. Rund ein Jahr arbeitete Ifas daran, einen Fahrplan mit konkreten Handlungsempfehlungen zu erstellen.

Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Jeder einzelne Bürger hat die Möglichkeit, sowohl die Energiebilanz insgesamt zu verbessern als auch den immens steigenden Energiekosten Einhalt zu gebieten. So sind etwa 45 Prozent der Heizungsanlagen in den drei Kommunen älter als 20 Jahre, 22 Prozent sogar älter als 25 Jahre. "Also müssen in den nächsten Jahren über 50 Prozent der Anlagen ausgetauscht werden", folgerte Ifas-Bereichsleiter Anton. Dafür müssen zwar die Hausbesitzer erstmal Geld in die Hand nehmen, dafür sparen sie an teurer Energie.

Der zweite Effekt, der sich wie ein roter Faden durch den Abend zog: Die regionale Wirtschaft kann immens vom Klimaschutz profitieren. Voraussetzung ist allerdings, dass sich das regionale Handwerk weiterbildet und auf die Nachfrage moderner Technologien entsprechend reagiert. Auch, und diese Forderung wurde in den Nachfragen der Ratsmitglieder deutlich, um die Bürger kompetent beraten zu können. Anton stellte auch dar, welche Potenziale die drei Gemeinden in Sachen erneuerbare Energien haben. Die Solardachkataster des Kreises Neunkirchen und des Regionalverbands geben hier wichtige Hinweise. Für die Kommunen gibt es konkrete Handlungsvorschläge, die über einen Nahwärmeverbund für gemeindeeigene Gebäude (Illingen und Merchweiler) über das Stromsparen durch neue Straßenbeleuchtung (Quierschied) geht.

Damit das Klimaschutzprojekt nun richtig in die Gänge kommt, soll ein Klimaschutzmanager eingestellt werden.

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