1. Saarland

Klimacamp von Fridays vor Future in Saarbrücken nur noch bis 19. April

Fridays for Future verlängert Klimacamp nicht : „Uns haben mehr Leute gesehen als bei den Demos“

Nach vier Wochen auf dem Gustav-Regler-Platz in Saarbrücken wird FFF ihr „Klimacamp“ abbauen, das wegen behördlicher Auflagen nie ein wirkliches Camp war.

Seit über drei Wochen sind Aktivisten von Fridays for Future 24 Stunden auf dem Gustav-Regler Platz präsent. Sie fordern Klimagerechtigkeit und suchen den Dialog. Mit Erfolg, wie Rune Becker von der Partner-Organisation Parents for Future erklärt. „Uns haben mehr Leute gesehen, als bei jeder Demo und wir sind mit Hunderten ins Gespräch gekommen.“

Trotzdem soll für die klimabewegten Schüler, Eltern und Studenten am kommenden Montag Schluss sein mit dem Camp. „Wir hatten genug Leute und hätten gerne weitergemacht“, sagt Becker. Die Aktivisten entschieden aber gemeinsam, dass sie keinen Antrag auf Verlängerung stellen wollen. Auch wegen strenger Auflagen. Die Stadt hatte FFF die Versammlung nur für vier Wochen genehmigt. Ein richtiges „Klimacamp“, wie sich die Aktivisten ihren Protest vorstellten, gab es ohnehin nicht. Das saarländische Verwaltungsgericht hatte nämlich in mehreren Instanzen entschieden, dass die Aktivisten nicht auf dem Platz schlafen durften (wir berichteten mehrfach).

Das Urteil vom 26. März – „Alle Utensilien, die dem Campen dienen, sind untersagt“, führte noch zu einer Auseinandersetzung zwischen Ordnungsbehörde und den Klimaaktivisten. Die bauten daraufhin nämlich statt der endgültig verbotenen Zelte noch mehr Stühle, Pavillions und Tische auf. Das widerum missfiel der Stadt. Sie forderte den Abbau der zusätzlichen Objekte. Erneut wandte sich FFF vergeblich ans Verwaltungsgericht. Doch das wies den Eilrechtsschutzantrag am Dienstag zurück. Demnach war die Beseitigungsaufforderung der Stadt Saarbrücken rechtens. Nur ein Pavillion und zwei Tische waren erlaubt worden. Der Rest würde dem Campen dienen.

Auch diese Umstände hätten letztlich dazu geführt, dass man das Camp nicht verlängern wolle, sagt Becker. Die Aktivisten sind sich aber einig, bald wieder eine ähnliche Aktion ins Leben zu rufen. Vielleicht dann an anderer Stelle.

Die vier Wochen „Camp“ hätte der Bewegung im Saarand viel Zuwachs gebracht. Menschen aus fast allen Altersgruppen hätten sich angeschlossen und Aufgaben übernommen. Sogar Camp-Besucher aus Frankreich oder Birkenfeld seien Neu-Aktivisten geworden, sagt Becker. Positiv sei auch gewesen, dass „wir auch mit Leuten ins Gespräch gekommen sind, die sonst nicht zu uns kommen. So konnten wir zeigen, dass wir ganz normale Leute sind und keine Öko-Spnner. Wir sind ein bisschen aus unserer Blase herausgekommen.“

Enttäuscht sind die Aktivisten dagegen von einigen Politikern. Ministepräsident Tobias Hans (CDU) etwa oder der Saarbrücker OB Uwe Conradt (CDU), der eigentlich mit hehren Klimazielen angetreten war, hätten die Chance verpasst mit den Aktivisten in Kontakt zu treten.