Kleine Hände schlagen große Trommeln

Kleine Hände schlagen große Trommeln

Bildstock. "Kevin kommt!", rufen die Mädchen und Buben aus den beiden ersten Klassen der Hoferkopfschule in Bildstock und stürmen jubelnd in den Musiksaal. Kevin hat Trommeln und zahlreiche kleinere Instrumente, wie ein Tamburin oder Rasseln, mitgebracht. Eineinhalb Stunden lang will der Nigerianer mit den Kindern trommeln und tanzen

Bildstock. "Kevin kommt!", rufen die Mädchen und Buben aus den beiden ersten Klassen der Hoferkopfschule in Bildstock und stürmen jubelnd in den Musiksaal. Kevin hat Trommeln und zahlreiche kleinere Instrumente, wie ein Tamburin oder Rasseln, mitgebracht. Eineinhalb Stunden lang will der Nigerianer mit den Kindern trommeln und tanzen. Die Kleinen sind ganz aufgeregt, können es kaum erwarten, mit ihren kleinen Händen auf die großen Trommeln zu hauen. Doch zuerst zeigt Alamba, wie man die Instrumente richtig festhält. "Ihr müsst sie leicht kippen, damit der Ton unten auch rauskommen kann", erklärt er. "Das macht so richtig Spaß", meinen fröhlich Elias und Philipp und machen mächtig Wirbel. "Langsam, langsam" mahnt Alamba, "nicht so fest und auch nicht so schnell. Ihr müsst die ganze Handfläche nehmen und mit Gefühl auf die Trommel schlagen." Yannik sitzt auf einer Art Kiste. Die hat hinten ein Loch. Auch das ist eine Trommel. "Das ist ein Cajon. Er stammt aus Kuba und Peru", erklärt Kevin Alamba. Rechts und links am Rand und mit rechts in die Mitte - immer wieder übt Kevin Alamba das mit den Mädchen und Jungs. Der Mann hat eine Engelsgeduld, wie auch die beiden Klassenlehrerinnen Elke Degen und Christine Pfeifer. Die Geduld zahlt sich aus. Nach einer halben Stunde klingt der Trommelwirbel schon rhythmisch. Vanessa mit dem Tamburin, Leonie mit zwei Rasseln und Anna-Lena mit zwei kleinen Stöcken unterstützen den Trommelwirbel mit ihren Instrumenten. Das Ganze hört sich richtig gut an. Kevin Alamba ist zufrieden mit seinen Schützlingen. Jetzt kann er mit den anderen Kindern der ersten Klassen den Tanz einstudieren. In der Hoferkopfschule in Bildstock laufen die Vorbereitungen für das große Fest der Kulturen am Mittwoch, 26. Mai, auf Hochtouren. Dabei geht es nach Angaben von Schulleiterin Sandra Hödelsberger-Fuchshumer unter anderem auch um Afrika. "Kevin Alamba war vorige Woche bereits da und hat den Kindern einiges über Afrika erzählt", berichtet Elke Degen. Jetzt hätten die Mädchen und Jungs ein anderes Bild von dem Kontinent. "Die Kinder müssen morgens ganz früh aufstehen und Früchte verkaufen, um Schule und Stifte kaufen zu können", weiß jetzt Sara. Und Kristin erklärt: "Der Kevin hat uns erzählt, dass es in Afrika nicht immer nur trocken ist. Da gibt es sogar eine Regenzeit." Das Afrika-Projekt wird auch vom Verein "Sulzbach hilft Benin" unterstützt. Elke Degen sagt: "Jörg Bier hat uns 22 große Bilder mit Motiven aus Benin zur Verfügung gestellt. Sie zeigen Alltagsszenen auch von Kindern aus dem westafrikanischen Land." "Ihr müsst die ganze Handfläche nehmen und mit Gefühl auf die Trommel schlagen."Kevin Alamba