Kleine-Bühne-Stars am Limit

Kleine-Bühne-Stars am Limit

Niedersalbach. Es ist guter Brauch, dass die Kleine Bühne Niedersalbach die Sessionseröffnung des Heimat- und Verkehrsvereins mit einer Komödie beginnt. Diesmal hatte sich die Amateurschauspielertruppe die neuzeitliche Komödie "MS Aphrodite - Fernsehstars am Limit" des niedersächsischen Autors Bernd Spehling ausgesucht

Niedersalbach. Es ist guter Brauch, dass die Kleine Bühne Niedersalbach die Sessionseröffnung des Heimat- und Verkehrsvereins mit einer Komödie beginnt. Diesmal hatte sich die Amateurschauspielertruppe die neuzeitliche Komödie "MS Aphrodite - Fernsehstars am Limit" des niedersächsischen Autors Bernd Spehling ausgesucht. Ähnlichkeiten mit der ehemaligen SAT 1-Fernsehserie "Stars am Limit" (2004 bis 2006) mit Moderator Kai Pflaume sind rein zufällig. Oder etwa doch nicht?Zum Inhalt: Die Dreharbeiten zur TV-Serie "Dahin schwimmende Liebe" auf dem Traumschiff MS Aphrodite stehen kurz vor dem Abschluss. Regisseur Francois de Bedell (Thomas Redelberger) hat alles aufgeboten, was im Showgeschäft Rang und Namen hat. So den exzentrischen, vor Starallüren nur so strotzenden Moderator Menno Mennerich (Michael Küllmar), die Schlagersängerin Angelika Bunt (Lara Forster) sowie das bayrische Volksmusik-Duo Michaela und Manuel (Kerstin Forster und Christian Mang). Für Passagierin Beate Reichenbach (Elfriede Jung) soll diese Kreuzfahrt zur großen Gelegenheit werden, ihren Schwarm Menno Mennerich einmal hautnah kennen zu lernen, wo sie doch ihren Ehemann Rüdiger (ebenfalls Michael Küllmar) nur geheiratet hat, weil der "ihrem Menno" wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Beates Freundin Astrid (Sibylle Lesch) ist ebenfalls gespannt auf den großen Star. Als Menno Mennerich nach einem heftigen Streit mit der Schlagersängerin einen Nervenzusammenbruch erleidet und damit für den Dreh an Bord ausfällt, überzeugen der Regisseur und seine Assistent Karel (Michael Münz) Rüdiger Reichenbach in die Rolle des TV-Stars zu schlüpfen. Es darf natürlich niemand merken. Schon gar nicht die neugierige Journalistin Anne Töpperwein (Bettina Jochum). Natürlich geht (fast) alles schief und am Ende doch gut aus. Die Dreharbeiten werden abgeschlossen, und der falsche Menno verdirbt Beate Reichenbach jegliche Sympathien für den echten Star.

Die Kleine Bühne spielte den Dreiakter in einem Zuge durch und überraschte mit einigen künstlerischen Freiheiten. So dem zwerchfellerschütternden Strip der beiden Backgroundtänzer von Angelika Bunt (Markus Meiser und Fabian Forster), die derart muskelbepackte Körper zum Vorschein brachten, dass jeder Bodybuilder vor Neid erblasst wäre.

Köstlich auch die radebrechenden "Ausländer". Kostproben: "Kuxt du nicht so lang an mich runter, kost sonst Verg-a-nügungsteuer", meinte die "türkische" Putzfrau Bervian (in einer Doppelrolle Jasmin Jochum, die auch die naive Show-Assistentin von Menno Mennerich spielte). Oder der "Franzose" de Bedell: "Opp, opp, wir müssen drehen die letzte fünf Minütt." Und der Tscheche Karel: "Das ist Idee von Flasche Schnaps, es muss andersch Lösungsmittel gebbe" (Das ist eine Schnapsidee. Es muss andere Mittel geben, das Problem zu lösen.) Zwei Stunden lang schüttelte sich das Publikum im ausverkauften Bürgerhaus vor Lachen und spendete am Schluss minutenlang und rhythmisch Applaus.

Auf einen Blick

Die Akteure im Hintergrund: Souffleuse: Iris Ambrosius. Bühnenbild: Jörg Callsen. Technik: Christian Folz, Ralf Monz. Gesamtleitung und Regie: Désirée Becker. dg