Klavier und Posaune im harmonischen Duett

Klavier und Posaune im harmonischen Duett

Die Talente zogen bei ihrem Konzert das Publikum in den Bann der Jazz-Musik. Dabei brachten sie auch eigene Kompositionen zu Gehör. Die Zuhörer zeigten sich begeistert.

. Licht aus, Spot an - in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen fiel das Scheinwerferlicht nur auf Nils Wogram und Florian Weber. Posaunist Nils Wogram, der zu den wichtigsten europäischen Jazzmusikern zählt und sein Partner Florian Weber, preisgekrönter Pianist, waren der Einladung der Neunkircher Kulturgesellschaft gefolgt und demonstrierten ihr großes Talent und Können.

Das Duo begann den Abend passenderweise mit dem Stück "moving in" und zog das Publikum in den Bann der Jazz-Musik. Darin wechselten sich ruhige, fast schon besinnliche Passagen mit schnellen und lauten Tonfolgen ab. Wogram und Weber zeigten dabei ihre breite musikalische Palette und sicherten sich den Applaus der Zuhörer. Die Dynamik, mit der Webers Finger über die Tasten des Pianos tanzten und die Leidenschaft für die Musik, die sich in den Klängen von Wograms Posaune ausdrückte, versetzten das Publikum in Staunen. Trotz der Anstrengungen, die ein solches Konzert mit sich bringt, hatten die Musiker sichtlich Spaß daran, ihre Qualität unter Beweis stellen zu dürfen.

Neben dem Talent ihre Musikinstrumente herausragend zu beherrschen, besitzen die beiden Musiker aber auch die Gabe Stücke selbst zu komponieren. Dabei gebe es laut Wogram verschiedene Inspirationsquellen: Musikalische Vorbilder, Orte, Stimmungen, Geschichten oder ganz einfache Sprüche. "Die Ideen kommen dann bei der Arbeit", versicherte er.

Eigene Kompositionen

Inspiriert durch das "Moscow Art Trio" entstand so das Stück "Split the Difference". "Die Orientierung an musikalischen Vorbildern ist ganz zentral. Man braucht ein tiefes Verständnis für die Musiktradition", merkte Nils Wogram an. Dem Publikum in der Stummschen Reithalle gefiel die Kreativität der Künstler und die Stimmung, die sie damit schufen. Während des knapp zweistündigen Konzertes des Duos war dem Publikum die Begeisterung für den Musikstil der beiden Künstler anzumerken, man wog sich im Takt der Musik hin und her und spendete den Musikern Applaus für ihre leidenschaftlichen Vorträge.

"Musik ist Kommunikation mit dem Publikum", stellte Wogram fest. Menschen seien über den Klang am ehesten zu erreichen, da man einen direkten Zugang zu ihnen schaffe. Vor allem müsse die Atmosphäre stimmen. Die Atmosphäre in der Stummschen Reithalle war jedenfalls passgenau. Unterstützt wurde dies nicht zuletzt durch die Bauart der Reithalle. "Ich freue mich immer hier zu spielen. Die Halle hat eine tolle Akustik", meinte der Posaunist, der in Neunkirchen sein 19-jähriges Bühnenjubiläum feierte.

"Zwei Weltklassemusiker"

Der Abend gefiel auch dem Leiter im Veranstaltungsmanagement der Neunkircher Kulturgesellschaft Klaus Braße. "Es sind wirklich zwei Weltklassemusiker", fand er. Zwei Weltklassemusiker, die ihren Gästen zum Abschluss noch zwei Zu gaben spielten, um den Abend so harmonisch im Scheinwerferlicht ausklingen zu lassen, wie er angefangen hatte.

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