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Klassische Musik kann einen "Haydn-Spaß" machen

Klassische Musik kann einen "Haydn-Spaß" machen

St. Ingbert. "Ein Haydn-Spaß" ist eine literarisch-musikalische Soiree überschrieben, die am kommenden Sonntag, 11. Oktober, um 17 Uhr im St. Ingberter Kulturhaus stattfindet. Haydn war vielen seiner berühmten Zeitgenossen ein Buch mit sieben Siegeln. Er war kein Wunderkind wie Mozart

St. Ingbert. "Ein Haydn-Spaß" ist eine literarisch-musikalische Soiree überschrieben, die am kommenden Sonntag, 11. Oktober, um 17 Uhr im St. Ingberter Kulturhaus stattfindet. Haydn war vielen seiner berühmten Zeitgenossen ein Buch mit sieben Siegeln. Er war kein Wunderkind wie Mozart. Goethe fragte sich erstaunt, ob er wirklich "in der Nähe eines Radmachers zur Welt kam", und Beethoven war sich nicht sicher, was an ihm mehr zu bewundern sei: seine Werke oder sein Leben. Darin aber war man sich einig: Haydn ist ein Musiker mit viel Humor. Und womit könnte man ihm zum 200. Todesjahr eine größere Freude machen, als diese Seite seines Wesens und Werks wieder ins Gedächtnis zu rufen?

Vielleicht hat Haydn selten ein Buch geöffnet, aber es ist unstrittig: Noten konnte er lesen und vor allem schreiben, und das auf eine unbeschreiblich einfallsreiche Weise. Seine Sinfonien sind nicht nur handwerklich gekonnt - der Handwerkerstolz seiner Vorfahren strahlt aus allen seinen Werken - sie sind witzig und voller geistreicher Überraschungen. Nicht ohne Grund haben die Engländer der "Sinfonie mit dem Paukenschlag" (Nr. 94) den Beinamen "surprise" verliehen. Haydns Humor besteht darin, dass er hier seinem adeligen Publikum, das nach einem opulenten Abendmahl seine Musik verschläft, mit einem gewaltigen Paukenschlag eine musikalische Ohrfeige gibt. Das macht Musikern wie Zuhörern einen Haydn-Spaß, und fordert die Parodie geradezu heraus. Und so wird sie auch - von Karin Biet arrangiert - zu einem wesentlichen Gestaltungsmittel des Programms.

Ein bisschen Spaß muss sein, aber gegen Heiterkeit und Fröhlichkeit ist sicherlich auch nichts einzuwenden. Vier schottische Volkslieder stehen auf dem Programm. Haydn wusste, dass diese Musik "von unten" auf einfachste Weise Standesunterschiede wenn nicht aufheben, so doch verwischen konnte. Sie ist unkompliziert, melodisch, zu Herzen gehend und vermutlich auch für viele Zuhörer neu.

Zu den Raritäten gehören ebenfalls vier Stücke für Flötenuhr und das Lirakonzert in G-Dur, geschrieben für den König von Neapel. Lira und Flötenuhr sind Spielarten mechanischer Orgelwalzen - ein Hauch von Kirche also im St. Ingberter Kulturhaus.

Natürlich darf der biografische Teil - eingebunden in Briefe und Anekdoten - nicht fehlen. Nicht unerwähnt darf die Freundschaft zwischen Haydn und Mozart bleiben, die ihresgleichen in der deutschen Literaturgeschichte nur noch bei Goethe und Schiller findet.

Gelesen werden die Texte vom Sprecherteam Albrecht Ochs, Ursula Ochs-Steinfeld (Foto: SZ); es musizieren Karin Biet, Sabine Heimrich, Kerstin Nowitzki, Gisela Staut und Markus Schaubel (Foto: SZ/wdö). Moderator ist Franz Biet.

Sollte der "Haydn-Spaß" am kommenden Sonntag, 11. Oktober, ausverkauft sein, gibt's eine Wiederholung am Sonntag, 1. November, um 17 Uhr. red