Klares Bekenntnis zur Musikschule

Klares Bekenntnis zur Musikschule

Quierschied. Nach den fast tumultartigen Auseinandersetzungen im Quierschieder Gemeinderat in der Sitzung im August (wir berichteten) befleißigten sich die Ratsmitglieder am Donnerstag deutlich angemessenerer Umgangsformen. Fast schon harmonisch wurden alle Beschlüsse des Tages einstimmig gefasst

Quierschied. Nach den fast tumultartigen Auseinandersetzungen im Quierschieder Gemeinderat in der Sitzung im August (wir berichteten) befleißigten sich die Ratsmitglieder am Donnerstag deutlich angemessenerer Umgangsformen. Fast schon harmonisch wurden alle Beschlüsse des Tages einstimmig gefasst. Besonders einvernehmlich war die Aussprache und Entscheidung über die künftige finanzielle Ausstattung der Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal. Bis zum Jahr 2020 muss die Musikschule 500 000 Euro einsparen. Dies soll vor allem über eine Reduzierung von Personalkosten erreicht werden. Festanstellungen werden abgebaut, Honorarkräfte verstärkt eingesetzt."Die Ergebnisse der Strukturkommission ermöglichen, die Musikschule zukunftsorientiert aufzustellen", erklärte Bürgermeisterin Karin Lawall, "Diskussionen um eine Zerschlagung der Einrichtung sind damit vom Tisch." Um eine Gebührenerhöhung um zehn Prozent werden die Musikschüler allerdings nicht herumkommen. Diese soll jedoch für Schülerinnen und Schüler aus Sulzbach oder Quierschied von der Stadt bzw. der Gemeinde ersetzt werden. So müssen nur Schüler außerhalb der Trägerkommunen tiefer in die Tasche greifen.

"Wir hätten uns sogar eine weitere Anhebung der Gebühren vorstellen können", sagte Timo Flätgen von der CDU, war aber wie sein SPD-Kollege Schmidt mit den Ergebnissen sehr zufrieden. "Die Musikschule ist ein kulturelles Highlight, von denen wir leider nicht so viele haben", betonte Schmidt. Darum soll die Präsenz der Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal in der Gemeinde Quierschied deutlich erhöht werden. Man wünscht sich mehr Konzerte, dafür gab es aber auch Lob für die Kooperation bei den geplanten Einsparungen. "Die Musikschule hat ihre Hausaufgaben gemacht", sagte Max Detemple, Die Linke, "vor allem der Leiter, Herr Brandt, hat sich konstruktiv in den Prozess eingebracht."

Am morgigen Dienstag muss nun der Sulzbacher Stadtrat den Plänen zustimmen.

Einstimmig beschlossen wurde auch eine Änderung der Zuschüsse zur Förderung des Vereinslebens. "Wir müssen uns auch da dem demographischen Wandel stellen. Wir wollen Kinder- und Jugendarbeit besonders in den Vordergrund stellen", erklärte Lawall, "dazu soll es auch für Vereine mit eigenen Sportstätten einen angemessenen Ausgleich geben."

Dass dies bei der mehr als angespannten Finanzlage nicht nur in Quierschied künftig immer schwieriger werden wird, ist allen Beteiligten klar. Nach der durch die neue Buchführung nötigen Eröffnungsbilanz besitzt die Gemeinde ein Eigenkapital von 25 Millionen Euro. Darin enthalten sind Gebäude, Grundstücke oder auch Straßen. "Wir sind - anders als Friedrichsthal - noch nicht überschuldet", betonte die Chefin im Rathaus, "aber wir müssten jedes Jahr zwei Millionen Euro investieren, um die Abschreibungen in dieser Höhe auszugleichen. Das können wir nicht." Das bedeutet: Quierschied zehrt am Eigenkapital.

Fast nebenbei wurde noch eine Personalentscheidung gefällt. Diplom-Ingenieur Wolfgang Kaltenbach übernimmt für den ausgeschiedenen Thomas Spaniol das Amt des technischen Werkleiters im Wasserwerk der Gemeinde.

< Bericht folgt

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