1. Saarland

Klarenthal feiert sich

Klarenthal feiert sich

Klarenthal. Henning Holz ist Klarenthaler aus Überzeugung. Deshalb ist er auch Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Klarenthal-Krughütte. Und deshalb haben er und seine Mitstreiter in dem 1990 gegründeten Verein zurzeit auch besonders viel Arbeit. Klarenthal wird in diesen Tagen 350 Jahre alt - und das will gefeiert werden

Klarenthal. Henning Holz ist Klarenthaler aus Überzeugung. Deshalb ist er auch Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Klarenthal-Krughütte. Und deshalb haben er und seine Mitstreiter in dem 1990 gegründeten Verein zurzeit auch besonders viel Arbeit. Klarenthal wird in diesen Tagen 350 Jahre alt - und das will gefeiert werden. Das können die Klarenthaler recht gut, sagt Apotheker Holz und verweist auf den umfangreichen Veranstaltungskalender.Klarenthal ist aber nicht nur ein Ort zum Feiern, Klarenthal ist ein Ort, in dem man generell sehr gut leben kann, sagt Holz. "Wir sind direkt am Wald und dennoch nicht weit weg von der Saar. Man ist von hier aus in fünf Minuten in der Saarbrücker Innenstadt und in zehn Minuten in Saarlouis. Und die Vereine halten hier zusammen. Jeder kennt hier jeden, zumindest dem Gesicht nach, viele aber auch mit Namen", erklärt er. Die Klarenthaler seien offenherzige Menschen. Das mache es auch Neubürgern leicht, sich in Klarenthal schnell heimisch zu fühlen.

Dass das Fleckchen Erde, das heute Klarenthal ist, ein guter Platz ist, hat Graf Gustav Adolf von Nassau-Saarbrücken bereits 1662 bemerkt. Am 9. April verordnete er, dass "in unserem eigenthümlichen Gewäldt des Schießsüttrs bey Kaltenbronn" eine Glashütte errichtet wird.

Dieser Erlass gilt als die Geburtsstunde des Ortes, der nach des Grafen Gemahlin, Eleonore Clara von Hohenlohe, erst Clarathal, dann Klarenthal genannt wurde. Die Geschichte von der gräfllichen Glashütte zur eigenständigen Gemeinde, die 1974 zur Großstadt Saarbrücken kam, haben die Klarenthaler in einem Buch zusammengefasst. Eigentlich sollte es zum großen Festabend fertig sein, sagt Buch-Koordinator Peter Nest. Aber aus den geplanten 200 Seiten sind 450 geworden. Was auch daran gelegen habe, dass von den 41 Klarenthaler Vereinen und Organisationen 40 Beiträge eingereicht haben.

Das Buch "350 Jahre Klarenthal - Vom Dorf zur Gemeinde zum Stadtteil - eine Zeitreise" wird zwar an diesem Samstag beim Festakt in der Sporthalle vorgestellt, sagt Nest. Kaufen kann man es aber erst ab dem 24. Juni - an diesem Tag begeht die evangelische Kirchengemeinde Klarenthal ihre 80-Jahrfeier.

Doch an diesem Wochenende wird erst mal die Entscheidung des Grafen aus dem Jahr 1662 gefeiert. Die Dorfgemeinschaft hat einen Festabend organisiert, der nicht nur für geladene Gäste gedacht ist, betont Henning Holz. "Der Eintritt ist frei. Wir hoffen, dass sehr viele Klarenthaler kommen und mitfeiern", sagt er.

Auf einen Blick

 Diese Aufnahme der Klarenthaler Hauptstraße stammt aus dem Jahr 1992. Foto: Wunderlich
Diese Aufnahme der Klarenthaler Hauptstraße stammt aus dem Jahr 1992. Foto: Wunderlich
 Der Dellbrückschacht ist eins der Symbole für die industrielle Vergangenheit. Foto: B&B
Der Dellbrückschacht ist eins der Symbole für die industrielle Vergangenheit. Foto: B&B

Morgen, Samstag, 21. April, feiert Klarenthal sein 350-jähriges Bestehen. Das Fest in der Sporthalle beginnt um 20 Uhr. Die Feier wird von den Vereinen und Schulen gestaltet. Der Eintritt ist frei. Während der Feier wird ein Freundschaftsvertrag mit dem lothringischen Nachbarort Schoeneck unterschrieben. Um 18.30 Uhr ist ein ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche. Um 17.30 Uhr wird eine Glas-Ausstellung im ehemaligen Rathaus eröffnet. ols