Kläranlagenbau: Und St. Wendel war doch Vorreiter

St. Wendel. Den Vorwurf des Entsorgungsverbandes Saar (EVS), er schmücke "sich mit fremden Federn", vermag der St. Wendeler Bürgermeister Klaus Bouillon (Foto: atb) nicht nachzuvollziehen. Der EVS hatte dem Verwaltungschef vorgehalten, dass die 25,8 Millionen Euro für Kläranlagen und Hauptsammler im Ostertal Geld des EVS und nicht der Stadt seien

St. Wendel. Den Vorwurf des Entsorgungsverbandes Saar (EVS), er schmücke "sich mit fremden Federn", vermag der St. Wendeler Bürgermeister Klaus Bouillon (Foto: atb) nicht nachzuvollziehen. Der EVS hatte dem Verwaltungschef vorgehalten, dass die 25,8 Millionen Euro für Kläranlagen und Hauptsammler im Ostertal Geld des EVS und nicht der Stadt seien. Bouillon gibt in einer Presseerklärung zu bedenken, dass es sich weder um das Geld des EVS noch der Stadt St. Wendel handele, sondern um das der Gebührenzahler. Und genau da liege der Knackpunkt. Mit Planung und Bau der Kläranlagen in Eigenregie und der Gründung eines eigenen Abwasserwerkes habe er, Bouillon, aber dafür gesorgt, dass das Geld der St. Wendeler Gebührenzahler zu deren Nutzen im St. Wendeler Stadtgebiet und nicht in Städten und Gemeinden entlang der Saar verbaut worden sei. Zudem seien die Kläranlagen dank des Einsatzes der St. Wendeler Stadtverwaltung früher gebaut worden, als es die Pläne des Verbandes vorgesehen hätten. Zudem habe die Stadt, anders als der EVS es vorhatte, keine große, zentrale, sondern bislang sieben "günstige und effektive Kläranlagen" gebaut, die sich längst bewährt hätten. Der EVS-Vorwurf, er habe keineswegs dafür gesorgt, dass St. Wendel Kläranlagen in Eigenregie bauen könne, sei leicht zu entkräften, so Bouillon. Aus den Unterlagen der Stadt und Zeitungsberichten von Anfang der 90er Jahre gehe eindeutig hervor, dass es "einzig und allein auf Drängen und das Verhandlungsgeschick des St. Wendeler Bürgermeisters zurückzuführen ist, dass die Stadt überörtliche Anlagen selbst planen und bauen konnte". Sehr hilfreich sei damals für ihn das Umweltprojekt Osterrenaturierung gewesen, das nur mit einer gleichzeitigen Abwasserklärung sinnvoll realisiert werden konnte. Nach langwierigen Verhandlungen hätten er als Bürgermeister und der damalige Vorsteher des Abwasserverbandes, dem Vorgängerverband des EVS, Dietrich Büch, einen Vertrag, der St. Wendel erlaubte - wie es das geänderte Wassergesetzes möglich machte - als Kommune erstmals Klärwerke selbst zu bauen. "Sowohl die entsprechenden Änderungen des Saarländischen Wassergesetzes von 1986 als auch die explizite Darstellung der Übernahme des Anlagenbaus durch Dritte im EVS-Gesetz von 1997 gehen nachweislich auf die Bemühungen und die Initiative des St. Wendeler Bürgermeisters im Zusammenhang mit der Abwasserentsorgung im Ostertal zurück", teilt Bouillon mit. red