1. Saarland

Kinofilm mit Hindernissen

Kinofilm mit Hindernissen

Abends ins Kino - ein herrliches Vergnügen. Es läuft "Black Swan". Das ist eher was für Frauen, weil eine Ballett-Tänzerin die Hauptrolle spielt. Vom Ehrgeiz schier zerfressen, wird sie am Ende des Wahnsinns fette Beute. Eklige Szenen sind auch in dem Film

Abends ins Kino - ein herrliches Vergnügen. Es läuft "Black Swan". Das ist eher was für Frauen, weil eine Ballett-Tänzerin die Hauptrolle spielt. Vom Ehrgeiz schier zerfressen, wird sie am Ende des Wahnsinns fette Beute.Eklige Szenen sind auch in dem Film. Jedesmal wenn die sich ankündigten, habe ich die linke Hand vors Gesicht gepresst, zwischen Zeige- und Mittelfinger hindurch gelinst und dadurch die Bilder nur sehr verschwommen wahrgenommen. Deshalb die Frage an die Freundin: "Was passiert denn jetzt?" Tapfer und halbwegs ungerührt hat sie hingeschaut und genau erklärt, was zu sehen war.

Als es in Dudweiler noch Kinos gab und wir im Teeniealter waren, lief da mal ein Gruselfilm. Ich glaube, er hieß "Das grüne Reptil". Heute würde man ihn als lausiges, lachhaftes Machwerk abtun, aber damals haben wir uns gegruselt. Da fing es an mit der Hand vorm Gesicht. Meine Freundin aber sah hin und ging leidenschaftlich mit. Als das seltsame Reptil in Menschengestalt ein unschuldiges Opfer verfolgte, schrie sie lauthals: "Hau doch ab, los, mach, der ist hinter dir her!"

Es gibt auch Leute, die können Fiktion und Wirklichkeit sauber trennen. Und sich wirksam einreden: "Es ist doch nur ein Film". Und deshalb brauchen sie auch keine Hand vorm Gesicht. Und linsen nicht feige durch Finger hindurch.

Es ist doch nur ein Film - an dieser Einstellung arbeite ich gerade. Man hat dann mehr vom Eintrittsgeld. Und kein Kino mit häufigen Unterbrechungen.