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Kinderuni Saar: Meeresbiologin erklärt, warum Heringe pupsen und Nemo knurrt

Wasserwelten : Kinderuni Saar: Warum Heringe pupsen und Nemo knurrt

Korallenriffe als Lebensräume für Haie, Meeresschildkröten und Co. funktionieren wie Großstädte. Und sie sind laut! Warum das so ist und wie die Meeresbewohner sich unter Wasser organisieren, erklärt die Meeresbiologin Frauke Bagusche am 15. Dezember in ihrer Weihnachtsvorlesung an der Kinderuni.

Frauke Bagusche taucht gerne ab. Unter Wasser ist sozusagen einer ihrer Arbeitsplätze, denn als Meeresbiologin erforscht sie Flora und Fauna in den Ozeanen. Was sie mit Fischen, Meeresschildkröten und Co. schon so alles erlebt hat und wie diese Tiere in den Korallenriffen ähnlich wie in Großstädten zusammenleben –  davon erzählt Frauke Bagusche den jungen Studentinnen und Studenten der Kinderuni am 15. Dezember. 

Fische grunzen und knurren

„In Korallenriffen gibt es ein funktionierendes Gesundheitssystem“, sagt Bagusche. „Kleine Putzerfische zum Beispiel sind wie Krankenpfleger. Sie bieten anderen Fischen ihre Dienste an, säubern deren Wunden oder befreien sie von Parasiten. Dafür erhalten sie von ihren ‚Patienten’ eine Mahlzeit“, erklärt Frauke Bagusche eines von vielen faszinierenden Zusammenspielen im Ökosystem Ozean. „Außerdem ist es da unten laut wie in einer Großstadt“, lacht sie. „Von wegen ‚stumme Fische’! Die quatschen einem ’ne Frikadelle ans Ohr!“. Fische können „grunzen,  sogar brüllen“, berichtet die Meeresbiologin. Sie sei von einem Anemonenfisch – man kennt ihn aus dem Pixar-Film „Findet Nemo“ – auch schon mal angeknurrt worden. „Heringe zum Beispiel pupsen auf verschiedenen Frequenzen, um ihren Schwarm nachts vor Feinden zu warnen.“ Solche und andere verblüffende, lustige, spannende Geschichten aus dem Meer wird sie mit viel Anschauungsmaterial – Fotos und Videos von Tieren und Tauchgängen – präsentieren.

Schutz der Meere ist dringend

Bei allem Spaß geht es Frauke Bagusche aber immer auch um den Schutz der mittlerweile stark bedrohten, verschmutzten Meere, die für die Menschen so lebenswichtig sind. „Man muss sich klar machen, dass ein Großteil der von Mikroalgen produzierten Luft auch hier im Saarland eingeatmet wird“, gibt die Autorin, die mit ihrem Buch „Das blaue Wunder“ 2019 einen Bestseller landete, ein weiteres Beispiel. „Wir sind zu 100 Prozent abhängig vom Meer – und zwar überall!“ Die meisten Menschen, die nicht unmittelbar am Meer leben, seien sich dessen Bedeutung für das Überleben der Menschheit gar nicht bewusst. „Meeresschutz fängt deshalb im Inland an.“ Und am besten bei den Jüngsten.

Mit dem Meeresmobil an die Schulen

Mit dem Meeresmobil ihres Vereines „The Blue Mind“ ist Frauke Bagusche deshalb seit über zwei Jahren im Saarland unterwegs. Eine Kollegin bereist Rheinland-Pfalz in gleicher Mission.  Bagusche besucht Schulen und andere Einrichtungen, hält aber nicht nur Vorträge über die Ozeane und ihre Bedeutung für alles Leben, sondern sammelt auch mit Schülern Müll und Wasserproben. Die werden dann unter dem Mikroskop analysiert. Damit Umwelt- und Wasserschutz nicht nur Theorie bleiben. Frauke Bagusche ist es ein Anliegen, dass gerade die jungen Menschen etwas mitnehmen, bestenfalls ihr Verhalten ändern. „Ich glaube, ich kann Komplexes einfach erklären.“ In der Kinderuni wird sie dieses Talent unter Beweis stellen.

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