1. Saarland

Kindergartenbesuch kostet 88 Euro

Kindergartenbesuch kostet 88 Euro

Neunkirchen. Gut 4,4 Millionen Euro fallen in diesem Jahr an Personalkosten für die Erzieherinnen und Hauswirtschafterinnen der 14 städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen an

Neunkirchen. Gut 4,4 Millionen Euro fallen in diesem Jahr an Personalkosten für die Erzieherinnen und Hauswirtschafterinnen der 14 städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen an. Nicht ganz neun Prozent mehr als noch 2010 - zum geringeren Teil wegen Einkommensverbesserungen für dieses Fachpersonal, zum größeren Teil wegen dessen Aufstockung: Im Kinderbildungszentrum sind acht Stellen, im Hort Kleiststraße zwei Stellen hinzugekommen, um das Angebot im vorschulischen Bereich zu verbessern. 28 Prozent der Personalkosten zahlt das Land, 36 Prozent der Kreis. Von den restlichen 36 Prozent holt sich die Stadt die gesetzlich maximal erlaubten 25 Prozent über Elternbeiträge zurück.Die Erhöhung dieser Beiträge stand gestern als alljährliches Prozedere im Stadtrat an und wurde angesichts der klammen Stadtkasse von SPD, CDU, FDP und Grünen gebilligt. Ablehnung kam von der Linken. Deren Sprecherin Andrea Küntzer forderte, Familienfreundlichkeit zu demonstrieren, indem man auf die Erhöhung verzichtet. Kollege Kai Müller regte an, für die Kindergärten Sponsoren in der Wirtschaft zu suche wie beim "Prestigeprojekt" Gebläsehalle - bekanntlich ein "rotes Tuch" für die Linke.

Die Elternbeiträge steigen ab 1. September - je nach Einrichtung - zwischen 3,5 und 7,7 Prozent. So kostet ein Platz im Regelkindergarten fürs erste Kind 88 statt 85 Euro. Der Preis für Ganztagsbetreuung in Kitas steigt von 130 auf 140 Euro beziehungsweise von 183 auf 193 Euro bei altersgemischten Gruppen. Die Nachmittagsbetreuung im Kinderhort kostet nun 74 Euro (bisher 69). Zum Vergleich: Bei den kirchlichen Trägern in Neunkirchen kostet ein Regelplatz im Kindergarten zwischen 76 und 100 Euro.

Für sozial schlecht gestellte Eltern übernimmt der Landkreis Neunkirchen die Beiträge (siehe auch Grafik). Zudem schießt die Stadt 2075 Euro zu als "Rabatt" für die 65 Geschwisterkinder, die städtische Einrichtungen besuchen.