1. Saarland

Kinderbetreuung soll weiter gefördert werden

Kinderbetreuung soll weiter gefördert werden

St. Ingbert/Homburg. Wie können Kinder unter drei Jahren professionell betreut werden? Und wie wird vor Ort die von der Politik geforderte Quote von 35 Prozent an Betreuungsplätzen bis 2013 erreicht? Diese Fragen beschäftigen die Verantwortlichen, auch im Saarpfalz-Kreis

St. Ingbert/Homburg. Wie können Kinder unter drei Jahren professionell betreut werden? Und wie wird vor Ort die von der Politik geforderte Quote von 35 Prozent an Betreuungsplätzen bis 2013 erreicht? Diese Fragen beschäftigen die Verantwortlichen, auch im Saarpfalz-Kreis. Hier ist man bereits relativ weit, immerhin liegt die Betreuungsquote bei 20,2 Prozent, hat das Statistische Bundesamt errechnet. Dies ist besser als in allen anderen saarländischen Kreisen, berichten der Leiter des Kreis-Jugendamtes, Klaus Ruffing, sowie die Mitarbeiter Hans-Josef Daubaris und Claudia Göpfrich. Dennoch bleibt viel zu tun, um die Lücke zur Vorgabe zu schließen, die womöglich mancherorts größer ist, da mehr als 35 Prozent an Plätzen erreicht werden müssen. Das Gros wird über Krippenplätze gestemmt, im Kreis sind das 28 Prozent. Zusammengerechnet sind dies 581 Plätze in allen Gemeinden, mit 190 hält Homburg die meisten vor (siehe Grafik). Allerdings: Alles wird sich auf diesem Weg nicht abwickeln lassen. Deswegen wird verstärkt auf Tagesmütter gesetzt: Insgesamt gibt es 68. "Alles Frauen, derzeit haben wir leider keinen Mann", informiert Claudia Göpfrich. Allerdings können nur 50 davon im Moment Kinder aufnehmen. Das liegt auch daran, dass sich Tagesmütter nach einer neuen Vorgabe ausführlich qualifizieren müssen (siehe Infobox). Dies brauchen sie neben anderen Voraussetzungen, um eine Pflegeerlaubnis zu bekommen - ohne diese dürfen sie Kinder in der Tagespflege nicht betreuen.

Auch wer vor in Kraft treten der Regelung als Tagesmutter gearbeitet hat, muss diese Kurse nachholen. In der Zwischenzeit gelten für Kinder, die bereits betreut werden, Übergangsfristen. "Wir möchten, dass für die Kinder ein Höchstmaß an Kontinuität gewahrt wird", erläutert Amtsleiter Ruffing. Der Kreis, vor kurzem als Modellstandort für ein Aktionsprogramm ausgewählt, lässt sich die Kindertagespflegestellen etwas kosten. 2009 wurden 305 000 Euro Zuschüsse gezahlt, im Haushalt 2010 sind 380 000 Euro vorgesehen. Der Stundenlohn für eine Tagesmutter schwankt zwischen zwei und 5,50 Euro, zitiert Göpfrich einen Bundes-Schnitt. Die Bezahlung laufe über das Amt, das seinerseits Elternbeiträge erhebt. Der Verdienst hängt auch davon ab, wie viele Kinder gleichzeitig betreut werden, maximal fünf dürfen dies pro Tagesmutter sein. Das ist aber nicht überall möglich. Generell bleibt viel zu tun, nicht nur, um auf die vorgegebenen Zahlen zu kommen. Gewandelt haben sich zum Beispiel die Bedürfnisse der Eltern, was die Zeiten angeht. Da gibt es rege Nachfrage für den frühen Morgen und am Abend. Hier passt sich das Angebot, soweit möglich und für das Kind zumutbar, an die reale Situation in der Arbeitswelt an, erläutert Ruffing. Für das Amt bleibt die Aufgabe, bei Anfragen die richtige Tagesmutter für Eltern und Kinder auszuwählen. Gleichzeitig sollen die Tagesmütter optimal ausgelastet werden. Zusätzlich wird an Konzepten gearbeitet, wie Tagesmütter, die krank werden, vertreten werden können. ust

Infos: Tel. (0 68 41) 104 119 und (0 68 41) 104 189.

Hintergrund

Wer als Tagesmutter- oder auch -vater arbeiten möchte, der muss sich inzwischen sehr ausführlich qualifizieren. Foto: dpa

Unter Kindertagespflege versteht man die Betreuung von Kindern durch Tagesmütter oder -väter, wenn dies in deren Räumen stattfindet. Die Kindertagespflege kann durch den Kreis gefördert werden. Seit dem 10. September 2009 gilt im Saarland die neue Verordnung Kindertagespflege. Die beinhaltet zum einen, dass die Betreuung durch eine Tagesmutter in den Randzeiten, also vor und nach den Öffnungszeiten eines Kindergartens, gefördert werden kann. Tagesmütter müssen sich qualifizieren in insgesamt 160 Unterrichts-Einheiten à 45 Minuten. Ein passender Kurs mit 80 Unterrichtsstunden startet im Saarpfalz-Kreis am 20. April und läuft bis zum 3. November. Anmeldung und Info: Marion Reugels, Kreis-Jugendamt, Tel. (0 68 41) 10 41 19, marion.reugels@saarpfalz-kreis.de. ust