1. Saarland

Kinder oder alte Mauern?

Kinder oder alte Mauern?

Kindergarten-NeubauKinder oder alte Mauern?Zum Artikel "Entscheidung über Kindergarten vertagt" (SZ vom 4. September) und zu weiteren Berichten und Leserbriefen über das ThemaHinhalten und Warten scheinen in dieser Kirchengemeinde die Devise zu sein

Kindergarten-Neubau

Kinder oder

alte Mauern?

Zum Artikel "Entscheidung über Kindergarten vertagt" (SZ vom 4. September) und zu weiteren Berichten und Leserbriefen über das Thema

Hinhalten und Warten scheinen in dieser Kirchengemeinde die Devise zu sein. Man hat wieder keine Entscheidung zum dringend notwendigen Neubau des Kindergartens gefällt mit der Begründung: Der Bevollmächtigtenausschuss darf in den letzten Tagen seiner Amtszeit keine für die Gemeinde existenziell bedeutenden Beschlüsse mehr fassen. Inzwischen wurde ein neues Presbyterium gewählt. Es besteht fast nur aus Gegnern des Kindergarten-Neubaus. Jetzt ist es Zeit, dass sich die Gemeinde offen dazu bekennt, dass ihnen Kinder zu teuer sind und hier kein Raum für sie ist, Gottes Wort kennen zu lernen.

Ulrike Junges, Völklingen

Kindergarten ist wichtiger als Kirche

Zum selben Thema

Wir als Eltern möchten uns nun ebenfalls zum geplanten Ersatzbau der Kirchengemeinde Völklingen-Warndt zu Wort melden. Bisher ging es fast ausschließlich um Zahlen und den Erhalt eines Gebäudes, nicht aber um das Wesentliche: die Kinder der Kirchengemeinde. Weiter wurde bis dato noch keiner der Leserbriefschreiber im Gebäude des jetzigen Kindergartens gesehen, um sich vor Ort über die Missstände zu informieren. Dass der Kindergarten am Rande der Kirchengemeinde, in Fürstenhausen, fehl am Platz sei, ist nicht haltbar. Der Gemeindekindergarten wird und wurde auch von Kindern aus anderen Teilen der Gemeinde besucht, wie beispielweise Geislautern, Wehrden, Karlsbrunn, Fenne. Unbestritten bleibt, dass es wichtig ist, wie viel Geld die Kirchengemeinde in den geplanten Ersatzbau investieren muss und wie sich die Folgekosten gestalten. Wir als Eltern sind mehr als zufrieden mit der pädagogischen Arbeit und dem Engagement der Erzieherinnen, trotz der schlechten räumlichen Bedingungen. Leider ist die Arbeit sehr von den Räumen und deren Ausstattung abhängig. Ein Kindergarten benötigt passende Räume, um Kindern die entsprechende Erziehung/Bildung bieten zu können! Aber: Ist eine Kirche, also das Gebäude, wirklich von Nöten, um einen Gottesdienst zu feiern? Die Anwesenden bei der letzten Gemeindeversammlung saßen im Gemeindesaal in Fürstenhausen zusammen. In solchen Räumen kann man auch einen schönen Gottesdienst gestalten. Wir Eltern stehen klar zu unserer Gemeinde und zum Kindergartenersatzbau!

Sylvia Schleipfer (Mitglied des Vorschulausschusses) und Kerstin Bernhofer

Neid-Debatte

ist überflüssig

Zum selben Thema

Was geht eigentlich in den Köpfen von Menschen vor, die einem Kindergarten-Ersatzneubau um jeden Preis verhinder wollen, jetzt auch noch durch eine Demo? Diese Neid-Debatte stinkt doch zum Himmel! Zur Zeit besucht mein drittes Kind diesen Kindergarten. Ich bin eine muslimische Mama, dennoch habe ich mich bewusst für den evangelischen Kindergarten in Fürstenhausen entschieden. Mit dem sehr gut ausgebildeten Personal bin ich sehr zufrieden. Nicht nur das Fachliche, sondern auch das Menschliche an unseren Erzieherinnen schätze ich. Das ist nicht nur meine Feststellung, sondern auch die meiner Familie. Zuvor besuchte auch mein Neffe den Kindergarten, schon damals konnte ich mich von den Fähigkeiten in diesem Kindergarten überzeugen; jetzt sind es weitere Kinder aus meiner Familie. Deshalb ist es für mich nicht nachzuvollziehen, dass so viele Probleme auftreten, wenn es um das Wohl unserer Kinder geht. Betroffen sind nicht nur meine Kinder und die meiner Schwestern - wir reden hier von 39 Kindern.

Hanife Yaman, Völklingen

Schließung wäre

Ende der Gemeinde

Zum selben Thema

Die Entscheidung pro Kindergarten in Fürstenhausen wurde wieder vertagt. Die Handlungsmaxime gewisser Kreise ist, jeden Beschluss zum Neubau zu verzögern und zu verhindern. Unter dem Vorwand, eine Kirche erhalten zu wollen, wird die Zukunft der Gemeinde und ihrer Menschen zerstört. Die vom neuen Presbyterium gewollte Schließung des Kindergartens hat nur eine Konsequenz: Arbeitslosigkeit der Mitarbeiter und keine Zukunft für Kinder und Eltern in der Gemeinde. Es ist Zeit, klar zu sagen, was der Erhalt der Kirche auf Kosten des Kindergartens bedeutet: Das Ende dieser Gemeinde.

Jörg Junges, Völklingen