1. Saarland

Kinder erobern ihr Haus

Kinder erobern ihr Haus

Alsweiler. "Gott baut ein Haus, das lebt." Unter diesem Motto stand am Sonntag die Einweihung des Alsweiler Kinderhauses, das früher eine Grundschule war. 2010 begannen 28 Firmen damit, das im Jahre 1958 errichtete Gebäude um- und neu zubauen und zu sanieren. Gekostet hat die Maßnahme über zwei Millionen Euro

Alsweiler. "Gott baut ein Haus, das lebt." Unter diesem Motto stand am Sonntag die Einweihung des Alsweiler Kinderhauses, das früher eine Grundschule war. 2010 begannen 28 Firmen damit, das im Jahre 1958 errichtete Gebäude um- und neu zubauen und zu sanieren. Gekostet hat die Maßnahme über zwei Millionen Euro. Bund, Land und Landkreis haben sich zusammen mit 1 160 000 Euro daran beteiligt. Den Rest muss die Gemeinde Marpingen aufbringen."Heute ist ein großer Tag für Alsweiler und für die ganze Gemeinde und ein wichtiger Schritt in die Zukunft", sagte Marpingens Bürgermeister Werner Laub (SPD) beim Festakt in der neu gestalteten Turnhalle. "Im Kindergarten, im Kinderhort und in der freiwilligen Ganztagsschule ist nun eine optimale Betreuung möglich, damit die Eltern Familie und Beruf besser miteinander in Einklang bringen können." Der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) sprach von einer Investition in die Zukunft und vom "Kinderhaus als dem zweiten Elternhaus." Im Landkreis St. Wendel gebe es zurzeit für 32 Prozent der Kinder ein Krippenangebot. Bis zum Jahresende sollen es 35 Prozent sein. "Allerdings", gab der Verwaltungschef zu bedenken, "dürfen wir nicht vergessen, dass das Elternhaus der eigentliche Ort der Erziehung für die Kinder ist." Der Alsweiler Ortsvorsteher Paul Schäfer (CDU) erinnerte an die endlosen Diskussionen, die es um das ehemalige Schulhaus gegeben habe. Nach der Schließung der Grundschule sei von einem "Ausverkauf in Alsweiler" gesprochen worden. "Gottseidank ist es anders gekommen, jetzt ist dieses Haus zukunftsfähig."

Einen Einblick in die Planungen und in die Bauausführung vermittelte Architekt Bernd Brill. Fast genau 50 Jahre nach dem Bau der Schule sei mit ihrer Umgestaltung begonnen worden. Gut sei es gewesen, dass sich die Gemeinde Marpingen dazu entschieden hatte, auch die Turnhalle zu sanieren und um einen Umkleidetrakt zu erweitern. Im Frühjahr 2010 war Baubeginn. Der zeitige Wintereinbruch verzögerte die Arbeiten. Der erste Bauabschnitt war im Frühjahr 2011 abgeschlossen, der zweite im September. Das bestehende Gebäude umfasst 2000 Quadratmeter Grundfläche, der Neubau 522 Quadratmeter. Das gesamte Kinderhaus ist nach den Worten von Architekt Bernd Brill barrierefrei zu erreichen. Die Turnhalle, die eine ballwurfsichere Decke erhalten habe, sei ganz bewusst vom Schulgebäude abgetrennt und mit einer eigenen Heizung und Elektroanlage versehen worden. Sie verfüge über vier Umkleideräume und drei Toilettenanlagen. "Leider hat das enge finanzielle Budget nur wenig Spielraum für architektonische Freiheiten gelassen", bedauerte Bernd Brill. Die Feier wurde von der Gitarrengruppe unter Leitung von Brigitte Marx musikalisch mitgestaltet.

Den Wortgottesdienst, bei dem das Haus eingesegnet wurde, hielten Pfarrer Wolfgang Breininger und Pfarrerin Anne Lungovà. Der Gottesdienst stand unter dem Leitwort "Gott baut ein Haus, das lebt". Dieses Motto bestätigte sich den ganzen Tag über, denn bis zum Abend herrschte quirliges Leben und Treiben in dem weitverzweigten Gebäude. Die Jungen und Mädchen konnten auf Entdeckungsreise gehen, machten bei Workshops mit, sangen, tanzten und führten das Kindermusical "Die kleine Hexe" auf. Ein besonders attraktiver Programmpunkt war der Auftritt des Zauberers Martin Mathias.