Rumänienfreundschaftsverein „Kennenlernen statt Vorurteile“

Dorf im Bohnental · Rumänienfreundschaftsverein „Pro Romania“ feiert am 30. Juli, sein 25-jähriges Vereinsbestehen.

(red/ab) Der Rumänienfreundschaftsverein Pro Romania feiert am Sonntag, 30. Juli, sein 25-jähriges Vereinsbestehen unter dem Motto „Komm mit nach Rumänien – Kennenlernen statt Vorurteile“. Los geht es um 8 Uhr mit einem Flohmarkt. Um 10 Uhr findet ein Solidaritätsmarsch statt, gegen 13 Uhr ist der Fassanstich.

Es versteht sich von selbst, dass heute immer weniger Veteranen aus der Gründerzeit aktiv am Vereinsleben teilnehmen. Das bringt schon die Zeit leider mit sich. Nicht ohne Stolz können aber gerade die Gründer zurück blicken auf eine bewegte Vereinsgeschichte, an die unzähligen Projekte und Hilfstransporte, an die Kinderaustauschmaßnahmen der 1990iger Jahre, an die Jugendprogramme in West-Ost-Richtung und rund um den Weltjugendtag des Jahres 2005, und nicht zuletzt an die hoch informativen Touristikveranstaltungen seit der Jahrtausendwende.

Und sie erinnern sich gerne an die Zeit, als „alles begann“: Als sich gegen Ende der 1980-iger Jahre in Folge der Glasnost-Politik des damaligen russischen Präsidenten Gorbatschow die kommunistischen Systeme in den Warschauer-Pakt-Staaten auflösten, erhielt die Bevölkerung der westlichen Welt erstmals Einblick in die zum Teil verheerenden Hinterlassenschaften der kommunistischen Machthaber.

Es gingen Bilder um die Welt von verwahrlosten und geschundenen Kindern in herunter gekommenen und verdreckten Heimen, von Flucht und Vertreibung, von Krieg und Terror. Erschrocken nahm man zur Kenntnis, dass sich die an Dramatik kaum zu übertreffenden Zustände unmittelbar vor der eigenen Haustür abgespielt hatten. Eine Welle des Mitgefühls und der Hilfsbereitschaft schwappte durch die Wohnzimmer der wohlstandsgebeutelten Mitbürger im Westen.

Insbesondere unter jungen Leuten im Saarland entwickelte sich ein Hilfs- und Solidaritätsgedanke in einem zuvor nicht gekannten Ausmaß.

Anfangs spontan und überwiegend emotionsbestimmt wurden Hilfsmaßnahmen organisiert und unter erheblichen Schwierigkeiten und aufopferungsvollem Engagement der Beteiligten mehr oder weniger erfolgreich umgesetzt.

Zu dieser Zeit war es ein Leichtes, Jugendliche, aber auch Erwachsene aller Altersgruppen für Hilfsmaßnahmen zu begeistern und einzuspannen. Der Zeitgeist, gepaart mit einem Hauch von Abenteuer, gab den Nährboden für einen ungeahnten Zulauf an Interessenten und Sympathisanten.

Bereits unmittelbar nach der Dezemberrevolution des Jahres 1989 und dem Sturz des Diktators Ceausescu bereisten die ersten Hilfsorganisationen das Land Rumänien. Die Zustände, denen sie begegneten, hinterließen Eindrücke, die für lange Zeit prägen sollten. Der Ceausescu-Clan hatte über Jahrzehnte hinweg das Volk regelrecht ausgeblutet und ein Elend hinterlassen, das dem westlichen Beobachter schier unglaublich anmutete.

In diese Phase sind die Gründer von Pro Romania mehr oder weniger zufällig hinein geraten. Und sie sind ein Viertel Jahrhundert lang dabei geblieben. Darauf wird am Jubiläumstag natürlich gebührend angestoßen mit all denen, die den langen Weg mitgegangen sind, und denen, die immer noch unterstützen mit ihrer ungebrochenen Spendenbereitschaft.

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