1. Saarland

Keine Sondersitzung zu Tod von Mutter und Kind in Burbach

Keine Sondersitzung zu Tod von Mutter und Kind in Burbach

Regionalverband. Die Linke-Fraktion in der Regionalversammlung hatte gefordert, der Jugendhilfeausschuss beim Regionalverband möge sich in einer Sondersitzung mit dem Tod einer Mutter und ihres Sohnes in Burbach Mitte Juni befassen

Regionalverband. Die Linke-Fraktion in der Regionalversammlung hatte gefordert, der Jugendhilfeausschuss beim Regionalverband möge sich in einer Sondersitzung mit dem Tod einer Mutter und ihres Sohnes in Burbach Mitte Juni befassen. Gestern teilte jedoch Regionalverbandssprecher Stefan Kiefer mit, diese Sitzung könne nicht stattfinden: Die Diskussion des Falls im Ausschuss sei "rechtlich nicht zulässig". Der Jugendhilfeausschuss befasse sich "im Wesentlichen mit Grundsatz- und Strukturfragen sowie mit Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung". Bei dem Antrag der Linken gehe es aber um die Diskussion eines Einzelfalls, was nicht zu den Aufgaben des Ausschusses gehöre. Die Verwaltung arbeite "die Abläufe und Ereignisse des Falles zurzeit intern auf", sagt Kiefer. Eine endgültige Bewertung sei aber erst möglich, wenn auch die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen sind.Die Grünen-Fraktion in der Regionalversammlung hat eine Anfrage zu den Todesfällen in Burbach an die Regionalverbands-Verwaltung gestellt. "Wir wollten in diesem Fall jede Sensationshascherei vermeiden. Dennoch müssen solche Vorfälle in einer menschlichen Gesellschaft, die diesen Namen verdient, eingehend untersucht werden - nicht zuletzt, um zu vermeiden, dass so etwas wieder geschieht", sagt der Fraktionsvorsitzende Manfred Jost. Die Grünen wollen wissen, wie die Ämter gehandelt haben.

"Angesichts der Dringlichkeit des Falles" hat die Grünen-Fraktion um Behandlung ihrer Anfrage in der nächsten Sitzung des Regionalverbandsausschusses am Donnerstag gebeten.

Mitte Juni hatte die Polizei in Burbach die stark verwesten Leichen einer 36-jährigen Brasilianerin und ihres zwei Jahre alten Sohnes gefunden. Gerichtsmediziner sahen Indizien dafür, dass das Kind möglicherweise verhungerte (die SZ berichtete). red