Keine Ansteckungsgefahr bei alltäglichen Kontakten

Als ich im Sportstudio neulich duschte, hatte ich eine offene Blase am Fuß. Hätte ich mich mit dem Aids-Virus infizieren können? Antwort: Nein, im Vergleich zu anderen Krankheitserregern ist der Aids-Erreger HIV weniger infektiös

Als ich im Sportstudio neulich duschte, hatte ich eine offene Blase am Fuß. Hätte ich mich mit dem Aids-Virus infizieren können?Antwort: Nein, im Vergleich zu anderen Krankheitserregern ist der Aids-Erreger HIV weniger infektiös. Daher wird HIV in alltäglichen sozialen Kontakten nicht übertragen - weder durch Husten oder Niesen noch bei der Nutzung von öffentlichen Duschen und Schwimmbädern. Eine HIV-Infektion ist nur möglich, wenn ganz frische Körperflüssigkeiten, wie Samen- oder Scheidenflüssigkeit oder Blutspuren, die eine genügend große Menge HI-Viren enthalten, direkt in den Körper eines anderen Menschen gelangen. HIV wird vor allem beim ungeschützten Sex übertragen.

Kann man sich infizieren, wenn man mit einem HIV-Positiven einen Zungenkuss austauscht?

Antwort: Nein, über Speichel wird HIV nicht übertragen. Im Unterschied zu Blut, Sperma und Vaginalsekret enthält Speichel von HIV-Trägern erheblich geringere und für eine Ansteckung nicht ausreichende Mengen an HI-Viren. Außerdem ist im Speichel ein virushemmender Stoff enthalten. Aber es gibt Infektionskrankheiten, wie Hepatitis B, die auch über Speichel übertragen werden können.

Ich hatte vergangene Woche ungeschützten Verkehr mit einem neuen Partner. Es soll ja Notfall-Medikamente geben, wenn man ein HIV-Infektionsrisiko hatte. Sollte ich mir die besorgen?

Antwort: Nein, die so genannte PEP (Post-Expositions-Prophylaxe) wird in Deutschland nur angewandt, wenn man ein eindeutiges Risiko hatte, zum Beispiel wenn das Kondom beim Verkehr mit einem HIV-positiven Partner gerissen ist. PEP ist eine schwerwiegende Medikation, die einer Chemotherapie ähnelt. Die Prophylaxe sollte möglichst innerhalb von zwei, aber nicht später als 48 Stunden nach einem eindeutigen Risikokontakt begonnen werden. Dazu sollte man die HIV-Ambulanz einer Klinik oder eine HIV-Schwerpunktpraxis aufsuchen. Die Kassen übernehmen die erheblichen Kosten nur dann, wenn mindestens ein erhebliches Risiko einer Übertragung bestand.

Ein paar Tage nach ungeschütztem Verkehr bemerke ich bei mir grippeähnliche Symptome. Kann das darauf hindeuten, dass ich mich mit HIV infiziert habe?

Antwort: Es gibt nach einer HIV-Infektion keine spezifischen Symptome, über die man zweifelsfrei auf eine Ansteckung schließen kann. Es dauert in der Regel acht bis zehn Jahre, ehe die Krankheit Aids ausbricht. Ob man sich mit HIV infiziert hat, kann man nur durch einen HIV-Antikörper-Test feststellen. Da sich die Antikörper erst bilden müssen, kann der Test frühestens zwölf Wochen nach dem Verkehr eine HIV-Infektion sicher ausschließen.

Ich habe mich oral befriedigen lassen. Kann es sein, dass mich die Frau mit HIV angesteckt hat?

Antwort: Nein, beim ungeschützten Oralsex hat nur der aktive Partner das HIV-Risiko - in diesem Fall also die Frau.

Sie selbst sind nur mit dem Speichel der Frau in Berührung gekommen. Selbst wenn die Frau HIV-positiv wäre - für eine Ansteckung reicht die im Speichel enthaltene Menge an Viren nicht aus. Aber Sie können sich andere Geschlechtskrankheiten, wie Tripper oder Syphilis, zugezogen haben.Foto: DPA

Auf einen blick

Das Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten ist von Mo-Do 10-22, von Fr-So 10-18 Uhr unter (0 18 05/55 54 44, 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz) oder über Tel. 02 21/89 20 31 erreichbar. Hier erfahren Sie auch die Adressen der Aidshilfen und der Gesundheitsämter in Ihrer Nähe.

Aids-Prävention der BZgA im Internet:

www.gib-aids-keine-chance.de ist die zentrale Website der Aids-Kampagne. www.aidsberatung.de mit bundesweiter Übersicht über Aids- und Sexualberatungsstellen, anonyme Beratung zu HIV/Aids. www.check-dein-risiko.de - Selbsttest mit individueller Rückmeldung zum persönlichen Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken. red