Kein Urwald auf DSD-Gelände

Kein Urwald auf DSD-Gelände

Homburg. Wer in den vergangenen Tagen mit offenen Ohren am Gelände von DSD an der Saarbrücker Straße in Homburg vorbei gegangen ist, der wird es mitbekommen haben: Schwere Baumaschinen waren vor und zwischen den Hallen des stillgelegten Betriebs zu Gange. Der Hintergrund für die deutlichen Aktivitäten sind umfangreiche Rodungsmaßnahmen auf dem rund 170 000 Quadratmeter großen Gelände

Homburg. Wer in den vergangenen Tagen mit offenen Ohren am Gelände von DSD an der Saarbrücker Straße in Homburg vorbei gegangen ist, der wird es mitbekommen haben: Schwere Baumaschinen waren vor und zwischen den Hallen des stillgelegten Betriebs zu Gange. Der Hintergrund für die deutlichen Aktivitäten sind umfangreiche Rodungsmaßnahmen auf dem rund 170 000 Quadratmeter großen Gelände. Da kam so mancher ins Spekulieren, ob sich nun auf dem Areal, das nicht zuletzt auch für die Verwirklichung der lange ersehnten B 423-Umgehung eine Rolle spielt, endlich etwas tun könnte.Doch Ferrostahl in Essen, Eigentümer des DSD-Geländes, machte gegenüber unserer Zeitung deutlich, dass es sich bei den Rodungsarbeiten gleichsam um "Pflegearbeiten" handele. Maike Dury, Leiterin der allgemeinen Verwaltung bei Ferrostahl: "Es ist nicht so, dass derzeit ein Investor in den Startlöchern steht und mit dem Abriss einer der alten Halle beginnen will." Vielmehr seien die inzwischen abgeschlossenen Rodungsarbeiten das Ergebnis einer Ortsbegehung mit der Homburger Stadtspitze. Dabei habe die Homburger Verwaltung darauf gedrängt, die stark bewachsenen Freiflächen nicht zu einem "Urwald" werden zu lassen.

Jürgen Kruthoff, Pressesprecher der Stadt Homburg, bestätigte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung den Rat der Stadt an Eigentümer Ferrostahl, auf dem Gelände Rodungen durchzuführen. Anlässlich des besagten Ortstermins im Sommer habe man aber auch darauf hingewiesen, das eine von Ferrostahl angedachte umgehende Rodung ungünstig sei - mit Blick auf Nist und Brutzeiten von Vögeln, die sich zwischenzeitlich auf dem Gelände angesiedelt haben könnten.

Insgesamt beurteilte Jürgen Kruthoff die nun im November durchgeführte Rodung des Areals als eine präventive Maßnahme. "Damit sollte vermieden werden, dass sich die Freiflächen der Industriebrache zwischenzeitlich zu einem Biotop entwickeln." Denn, so Kruthoff: "Wir wollen vermeiden, dass man im Falle einer Bautätigkeit in absehbarer Zeit vor der Situation steht, dass man dann aus Gründen des Naturschutzes nicht mehr so aktiv werden kann, wie man es eigentlich will." Grundsätzlich seien Renaturierungen natürlich wünschenswert, "aber nur auf Flächen, für die dauerhaft keine Nutzungsabsicht besteht". In solchen Fällen verzichte man auf Bereinigungen - so geschehen auf einer ausgewiesenen Industriefläche an der Saarbrücker Straße an der Grenze zu Kirkel, die in der Vergangenheit vollständig und bewusst der Natur "zurückgegeben" worden sei. Für das DSD-Gelände bestehe aber ein Nutzungsabsicht, sowohl als Route für die geplante B 423-Umgehung als auch als Ansiedlungsfläche für Gewerbe. "Deswegen haben wir Ferrostahl empfohlen, die Rodungen durchzuführen." Diese Arbeiten, so Kruthoff, sollen nun auch Bestandteil einer regelmäßigen Pflege des DSD-Geländes sein.