1. Saarland

Kein Blickfang, aber nützlich

Kein Blickfang, aber nützlich

Friedrichsthal. Zwei riesige grau-weiße Poller mit einem roten Streifen sorgen seit einigen Tagen in der Saarbrücker Straße in Höhe des Geschäftes Uhren-Juwelen-Schmuck Henninger für Verwunderung. Die Stadt hat die seltsamen Dinger, die schon für manchen witzigen Spruch gesorgt haben, aufgestellt

Friedrichsthal. Zwei riesige grau-weiße Poller mit einem roten Streifen sorgen seit einigen Tagen in der Saarbrücker Straße in Höhe des Geschäftes Uhren-Juwelen-Schmuck Henninger für Verwunderung. Die Stadt hat die seltsamen Dinger, die schon für manchen witzigen Spruch gesorgt haben, aufgestellt. "Die Leute haben mich schon gefragt, ob das eine neue Anlegestelle für meine Yacht ist", sagt Rüdiger Kaiser, Chef des Geschäftes und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Er findet aber, dass die Poller "überdimensioniert" sind und "überhaupt nicht hierher passen". Dabei haben "Verkehrwächter" mit dem roten Streifen einen ernsten Hintergrund, wie Roman Kühn, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste der Stadt Friedrichsthal erläutert. Mit den Pollern soll die Ausfahrt aus der Kirchgasse erleichtert werden. In der Vergangenheit hätten sich die Anwohner der Gasse sowie Inhaber der angrenzenden Geschäfte immer wieder über die gefährliche Ausfahrt aus der Kirchgasse über den Bürgersteig in die Saarbrücker Straße beschwert, so Kühn. Eine Neugestaltung der Einmündung mit Unterbrechung des Bürgersteiges sei nach Auffassung der zuständigen Verkehrsbehörde beim Regionalverband ungeeignet, wie auch das Anbringen eines Spiegels auf der anderen Straßenseite. Die Unterbrechung des Bürgersteigs führe zu einer Gefährdung der Fußgänger. Den Spiegel hätte die Stadt an einem Privathaus anbringen müssen, so Kühn.

Der Fachbereichsleiter erklärt weiter: "Zunächst haben wir vor dem Einmündungsbereich eine Sperrfläche markiert. Nach anfänglichem Erfolg haben rücksichtslose Autofahrer trotzdem auf der Fläche geparkt und somit die Ein- und Ausfahrt zur Kirchgasse behindert, teilweise sogar unmöglich gemacht." Da diese Maßnahme also nichts gebracht habe, stellte die Stadt die Poller auf. Kühn: "Da sie auf der Fahrbahn sind, müssen sie aus Gründen der Verkehrssicherheit deutlich erkennbar sein." Nur so könne die Stadt vermeiden, in Regress genommen zu werden. Kühn gibt zu, dass die neuen "Verkehrswächter" nicht schön sind, dafür aber ihren Zweck erfüllen. Außerdem seien sie nur aufgedübelt, könnten also leicht wieder entfernt werden, sollten sie sich nicht bewähren. Die Verwaltung macht auch deutlich, dass es in der Stadtmitte viele kostenlose Parkplätze gibt. Leider sei jedoch festzustellen, dass Geschäftsinhaber oder deren Mitarbeiter ihre Autos in Kurzparkzonen abstellten und so dem Ziel der Standortförderung zuwiderhandelten. Die Stadt will den ruhenden Verkehr künftig konsequent überwachen. "Sie sind überdimensioniert

und passen überhaupt

nicht hierher."

Geschäftsmann Rüdiger Kaiser