1. Saarland

Kegler jagen Spandauer Wasserballer

Kegler jagen Spandauer Wasserballer

Oberthal. Kaum war die letzte Kugel geworfen, da nahmen die Kegelfreunde Oberthal schon die nächsten großen Ziele in Angriff. Denn: Beim zwölften Meistertitel in Folge soll es nicht bleiben

Oberthal. Kaum war die letzte Kugel geworfen, da nahmen die Kegelfreunde Oberthal schon die nächsten großen Ziele in Angriff. Denn: Beim zwölften Meistertitel in Folge soll es nicht bleiben. "Was deutsche Meisterschaften in Serie angeht, gibt es meines Wissens nur ein einziges Team, das erfolgreicher ist", grübelte Mannschaftsführer Daniel Schöneberger: Die Wasserballer von Spandau 04 aus Berlin holten zwischen 1979 und 1992 gleich 14 Titel in Folge. "Für uns ist es eine große Motivation, diese Serie noch zu knacken", meint Schöneberger und grinste.Ganz entspannt gingen er und seine Team-Kollegen beim Play-off-Finale um die deutsche Meisterschaft im heimischen Kegel-Sportzentrum an den Start. Denn der letzte Spieltag war für die Oberthaler sportlich bedeutungslos. Schon vorher stand Oberthal als Titelträger fest. Große Emotionen oder Spannung kamen so bei den Sportlern sowie den gut 50 Zuschauern nicht mehr auf. "Irgendwie hat da etwas gefehlt", meinte auch Oberthals Welt- und Europameister Holger Mayer, der mit 965 Holz das beste Tagesergebnis erzielte. Team-Kollege Jürgen Wagner sah dies ein wenig anders. "Mir ist es so lieber, als wenn gezittert werden muss. Denn Nervenkitzel bei der letzten Begegnung muss ich wirklich nicht haben", sagte er.

Trotz des schon feststehenden Titelgewinns zeigten die Saarländer der Konkurrenz noch einmal, wo der Hammer hängt. Mit 5622 Holz siegte der Serienmeister deutlich vor dem KSV Riol mit 5416 Holz, der KSG Holten-Duisburg (5382) und SK Heiligenhaus (5181). Wie deutlich die Oberthaler Dominanz war, wird auch beim Blick auf die Einzelpunktwertung klar. Mit 116 Einzelpunkten holte Oberthal fast 50 Einzelpunkte mehr als der Zweite aus Riol.

Nach der Begegnung bekamen die erfolgreichen Oberthaler vom Sportwart des Deutschen Schere-Keglerbundes (DSKB), Klaus Panthel, die Meisterschafts-Goldmedaillen überreicht. Seit 2002 gingen diese ausschließlich an Oberthal. Insgesamt war es schon der 17. Titelgewinn des Rekordmeisters seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1990. Anschließend startete die Feier im Kegelsportzentrum. "Wir werden noch drei Wasser trinken und dann ist es gut", meinte Wagner augenzwinkernd. Traditionell wird die Meister-Party in Oberthal nämlich eher eine längere Nacht. Dies beweisen auch die Vorbereitungen des jüngsten Teammitglieds, Daniel Schulz. Der schleppte frühzeitig eine Liege als Übernachtungsmöglichkeit ins Oberthaler Kegelsportzentrum. Für den 23-Jährigen war es der dritte Titelgewinn als Stammspieler. "Es ist immer wieder geil, Meister zu werden", freute sich Schulz. Sein nächstes großes Ziel sind jetzt die Weltmeisterschaften, die im Mai im luxemburgischen Petange stattfinden und für die er gemeinsam mit Mannschaftskamerad Markus Gebauer von Bundestrainer Michael Teschner nominiert wurde. "Das werden meine ersten Titelkämpfe bei den Aktiven sein. Vielleicht kann ich ja in einer Disziplin auf dem Treppchen stehen", hofft Schulz.