Kaum zu glauben: Aufbau für Weihnachtsmarkt läuft

Kaum zu glauben: Aufbau für Weihnachtsmarkt läuft

St. Wendel. Verwundert blicken Passanten, die den Platz in der Mott queren, auf das stählerne Gerüst. Es steht nahe der Bibliothek - genau dort, wo zum Weihnachtsmarkt die Bühne für die orientalische Krippe mit Kamelen zu finden ist

St. Wendel. Verwundert blicken Passanten, die den Platz in der Mott queren, auf das stählerne Gerüst. Es steht nahe der Bibliothek - genau dort, wo zum Weihnachtsmarkt die Bühne für die orientalische Krippe mit Kamelen zu finden ist. Sind das etwa einen Monat vor dem Start bereits die ersten Vorboten? "Ja, die Mitarbeiter des Bauhofes beginnen jetzt mit den Vorbereitungen", bestätigt Leonie Paqué vom Amt für Stadtmarketing in St. Wendel. Aber warum so früh? Damit die Kollegen bis 4. Dezember alles fertig haben. Denn bis dahin hätten sie noch eine Menge zu tun. Paqué: "Sie müssen die Holzhütten aufstellen und sind für den Zwergenwald zuständig." Und: Sie kümmerten sich um die Elektrik für den gesamten Markt samt Beleuchtung. Nach und nach müssten sie das alles bewerkstelligen - zusätzlich zu ihren üblichen Aufgaben. Apropos Beleuchtung: Das alte Rathaus in der Stadtmitte erhalte eine neue Lichterkette, kündigt Paqué an. Eine neue LED-Beleuchtung, die die alte Glühlampenanlage ablöst. Grund sei der erheblich geringe Stromverbrauch. Die Frau vom zuständigen Amt: "Die elektrische Leistung der LED-Ketten beträgt 465 Watt. Dies ist etwa ein Neuntel des Leistungsbedarfs der alten Beleuchtung mit zirka 4000 Watt." Außerdem habe die neue Kette eine deutlich längere Lebenserwartung. Ersatzglühbirnen fielen weg. Paqué: "Im Laufe der nächsten zwei Jahre werden die sowieso vom Markt verschwinden." Gesetzliche Vorgaben zum Umweltschutz machten das nötig. Allerdings sei der Preis für die neue Anlage weitaus höher als für eine herkömmliche. Die LED-Kette koste die Stadt an die 3500 Euro. Lediglich 1500 Euro eine wie die bisherige Glühbirnen-Variante. Aber: "Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich schnell, da man allein an Energiekosten 300 Euro im Monat einspart", argumentiert Paqué. Doch nicht nur das ist eine Neuerung, die die Besucher des St. Wendeler Weihnachtsmarktes erwartet. Laut Paqué werde dieses Mal der Handwerkermarkt hinter dem Rathaus größer. "Ein Schmied ein Lederer, ein Steinmetz und ein Sarwürker kommen hinzu." Sarwürker? Ein Beruf aus dem Mittelalter für Kettenzüge und Rüstungen. Seifenmanufaktur, Kerzenzieher und Laternenmacher blieben wie gehabt dabei. Außerdem sei eine tägliche Feuershow in der Mott geplant. Dort entstehe erstmals ein orientalischer Markt. "Dazu werden drei große Zelte errichtet", kündigt Paqué an. Hier sei unter anderem ein Drechsler untergebracht. Und ein Hennamaler, der Tattoo-Motive auf Körperpartien zeichnet: anders als gestochene Bilder in der Haut vergängliche Kunst. Ansonsten erwarte die Besucher Bewährtes wie beispielsweise die überwiegend von Vereinen betriebenen Stände, das historische Karussell und die Krippenausstellung in der Nähe der Basilika. "Ja, die Mitarbeiter des Bauhofes beginnen jetzt mit den Vorbereitungen."Leonie Paqué vom St. Wendeler Stadtmarketing

Auf einen BlickDer Weihnachtsmarkt in St. Wendel vom 4. bis 12. Dezember erstreckt sich in der gesamten Innenstadt. Im vergangenen Jahr gab die Stadtverwaltung rund 120 000 Euro dafür aus, wie Leonie Paqué vom Stadtmarketing sagt. Wegen ausgebuchter Hotels im weiten Umkreis und ausgelasteter Restaurants rechne sich die Investition. Rund 250 000 Besucher seien gekommen. Viele Touristen reisten mit Bussen an. 2009 hätten sogar Chinesen während ihrer Tour zu deutschen Christmärkten die Kreisstadt besichtigt. Des Weiteren rechne Paqué wie in den Vorjahren mit US-Amerikanern der in Ramstein und Baumholder stationierten Streitkräfte. Insbesondere in Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Lothringen, Wallonien und im Elsass werbe St. Wendel für den Markt. hgn

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