1. Saarland

Kaum genutzte Telefonzellen in den Ortsteilen dürfen verschwinden

Kaum genutzte Telefonzellen in den Ortsteilen dürfen verschwinden

Die Deutsche Telekom will in der Gemeinde Heusweiler überall dort Telefonstellen abbauen, wo der Jahresumsatz unter 50 Euro liegt. Der Grund: zwar ist die Telekom zur Grundversorgung der Bevölkerung mit öffentlichen Münz- und Kartentelefonen verpflichtet, doch weil heutzutage fast jeder ein Handy hat, wird an manchen öffentlichen Fernsprechern kaum noch telefoniert.

Für die Telekom ist es sehr unwirtschaftlich, Telefonstellen vorzuhalten, wenn dort keine Einnahmen mehr verbucht werden. Deshalb hat die Bundesnetzagentur der Telekom erlaubt, Fernsprecheinrichtungen abzubauen, die kaum noch von der Bevölkerung genutzt werden.

Die jeweiligen Ortsräte der Gemeinde Heusweiler befassen sich derzeit mit den Plänen der Telekom. So der Ortsrat Wahlschied, der einstimmig nichts dagegen einzuwenden hat, dass das Basistelefon Im Dorf 13 abgebaut wird. "Dort ist in den letzten drei Jahren nicht mehr telefoniert worden", sagte Ortsvorsteher Reiner Zimmer (SPD).

Auch der Kutzhofer Ortsrat unterstützte es einstimmig - bei Enthaltung der Linken -, dass die öffentlichen Telefone in der Lummerschieder Straße 45, in der Köllertalstraße sowie Am Hirsch abgebaut werden. Wenngleich Wolfgang Pfeffer (CDU) Bedenken geäußert, allerdings nicht gegen den Abbau der Anlagen gestimmt hatte.

"Wenn mal was passiert . . ."

Ganz anders der Heusweiler Ortsrat. Der ist, bei Enthaltung von Volker Leinenbach (CDU), geschlossen gegen den Abbau der Telefone am Markt, vor der Realschule, in der Kirchstraße, in der Saarbrücker Straße 85 und in Hirtel. "Man kann von allen Telefonstellen kostenlos Notrufe absetzen. Wenn einmal etwas Schlimmes passiert und jemand kein Handy zur Hand hat und die Telefonstelle abgebaut ist, möchte ich nicht in der Haut derjenigen stecken, die den Abbau veranlasst haben", sagte der Heusweiler Ortsvorsteher Gerhard Fisch (SPD) gegenüber der Saarbrücker Zeitung.