1. Saarland

Katholische und evangelische Kirchen sagen Feiern ab. Konfirmationen auf Oktober verschoben.

Kommunion und Konfirmation auf Eis wegen Corona : Kirchen sagen Kommunionen und Konfirmationen ab

Vor dem Sprung ins echte Christenleben steht in diesem Jahr Corona: Beide großen Kirchen, die katholische und die evangelische, haben Kommunionen und Konfirmationen in diesem Frühjahr abgesagt.

Mit weitreichenden Folgen nicht nur für die jungen Christen. Vor allem die saarländischen Gastronomen, bei denen die Familien ungezählte Feiern gebucht hatten und nun absagen müssen, sind schwer getroffen.

„Die Erst-Kommunionen sind alle bis Ende Mai ausgesetzt“, sagte der Sprecher des katholischen Büros im Saarland, Dominik Holl, der SZ. Das Bistum Trier wolle den Eltern damit Planungssicherheit geben, da viele Kommunionen auch auf Terminen im Mai angesetzt waren. „Es gibt noch keine Ersatztermine, weil wir nicht wissen, wie die Corona-Krise weitergeht“, erklärte Holl. Im Saarland sind noch knapp 60 Prozent der Bewohner katholischen Glaubens, der höchste Prozentsatz im Bundesländervergleich.

Bei den Protestanten sind die Konfirmationen in diesem Frühjahr ebenfalls komplett abgesagt worden. „Auch die Abschlussfahrten für die Konfirmanden in den Gemeinden fallen aus“, sagte der Sprecher der evangelischen Kirche im Saarland, Helmut Paulus, der SZ. Einen Internet-Konfirmanden-Unterricht gebe es nicht, da die Konfirmanden-Stunden in den Gemeinden ohnehin kurz vor dem Ende gestanden hätten. Der Neunkircher Pfarrer Bertram Weber, Konfirmationsbeauftragter des evangelischen Kirchenkreises Saar-Ost, sagte der SZ, dass die Konfirmationen in seinem Bereich auf den 3./4. Oktober verschoben worden seien, rund um das Erntedankfest. „Bei der Zahl der erforderlichen Gottesdienstbesuche für die Konfirmation drücken wir ein Auge zu“, sagte Weber. Er hoffe, dass die Konfirmanden die Gottesdienst-Angebote im Internet wahrnehmen würden. Weber sagte, dass natürlich auch die Gastronomie von den Absagen der Konfirmationsfeiern betroffen sei. Manche der Eltern hätten bereits Anzahlungen geleistet. Neue Terminvereinbarungen für Anfang Oktober müssten nun gefunden werden.