1. Saarland

Kassenärzte: Unterversorgung mit Hausärzten in Wadern und Umgebung

Kostenpflichtiger Inhalt: Schlechtere medizinische Versorgung : Ärztemangel im Saarland spitzt sich zu

Teile des Saarlandes leiden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung unter einer Unterversorgung mit Hausärzten.

Der zunehmende Mangel an Hausärzten im Saarland macht sich in sechs Städten und Gemeinden bereits bei der medizinischen Versorgung bemerkbar. Für den Bereich Wadern, zu dem neben der Hochwald-Stadt auch Nonnweiler und Weiskirchen gehören, haben die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und die Krankenkassen eine „Unterversorgung“ festgestellt. In diesem Bereich stehen laut KV 23,75 sogenannte Hausarzt-Sitze zur Verfügung, von denen aber nur 15,25 besetzt sind. Ein Sitz entspricht der Stelle eines in Vollzeit tätigen Hausarztes. Im Bereich Lebach mit den Kommunen Lebach, Eppelborn und Schmelz herrscht aktuell eine „drohende Unterversorgung“. Aufgrund der Altersstruktur der Ärzte wird dort in Zukunft eine Unterversorgung erwartet. Von 36,5 Hausarzt-Sitzen sind in Lebach und Umgebung nach KV-Angaben 25,5 besetzt.

Im gesamten Saarland sind laut Gesundheitsministerium 70 Hausarzt-Sitze offen. Die Kassenärztliche Vereinigung reagiert auf das Problem mit einem Förderprogramm. Der Zuschuss für eine Niederlassung oder eine Praxisübernahme stieg zum Jahresanfang von maximal 25 000 auf bis zu 60 000 Euro. Auch das Gesundheitsministerium fördert jährlich bis zu 20 Praxisübernahmen und -neuzulassungen.

Nach den Worten von Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) steuert das Saarland auf einen „beunruhigenden Trend“ zu. Von den rund 665 niedergelassenen Hausärzten sind fast 38 Prozent über 60 Jahre. Im vorigen Jahr gingen 23 Hausärzte in Ruhestand, aber nur 16 neue folgten nach.

Ein Instrument im Kampf gegen den Hausarzt-Mangel soll die neue Landarzt-Quote bei der Vergabe von Medizin-Studienplätzen sein. Künftig werden pro Jahr in Homburg 22 Plätze für Bewerber reserviert, die sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums zehn Jahre als Hausarzt in unterversorgten ländlichen Regionen zu arbeiten.