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Karolin Bohrer: "Klassische Galerien haben es schwer"

Karolin Bohrer: "Klassische Galerien haben es schwer"

Saarbrücken. Lag's an der Jubiläumsausstellung im Künstlerhaus, die just am gleichen Abend stattfand? Nur eine Handvoll an der Bildenden Kunst Interessierter fand am Mittwoch Abend den Weg zu Karolin Bohrers Galerie in der Rosenstraße. Bohrer hatte den Beginn des zweiten "Jour Fix" vorsorglich auf 20

Saarbrücken. Lag's an der Jubiläumsausstellung im Künstlerhaus, die just am gleichen Abend stattfand? Nur eine Handvoll an der Bildenden Kunst Interessierter fand am Mittwoch Abend den Weg zu Karolin Bohrers Galerie in der Rosenstraße. Bohrer hatte den Beginn des zweiten "Jour Fix" vorsorglich auf 20.30 Uhr anberaumt, um Überschneidungen mit der Veranstaltung im Künstlerhaus (Beginn 19 Uhr) zu vermeiden - wohl vergeblich. Dabei wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, mit dem Kulturdezernenten Erik Schrader ins Gespräch zu kommen, der zu seiner Kampagne "Kunstraum Saarbrücken" Rede und Antwort stand. Der erläuterte ausführlich, warum er dieses Thema aufgegriffen hat. Einmal, um die Bildende Kunst mit anderen Kulturaktivitäten zu vernetzen, was am Beispiel einer zukünftigen Kooperation mit dem Filmhaus deutlich wurde: Demnächst gibt es monatlich einen Film über einen Künstler mit Bezug zur Saarländischen Sammlung. Im Juni erfährt man mehr über das Leben von David Lynch, im Juli über Niki de Saint Phalle und im August folgt ein Film über Max Ernst. Das Projekt wird von Museumspädagogen betreut. Schrader ging es aber nach seinen Aussagen auch darum, breiteres öffentliches Interesse für die Kunst herzustellen und gleichzeitig intern bei den Verantwortlichen der Stadt Saabrücken das Thema Bildende Kunst besser zu verankern. Nach welchen Kriterien denn die im Flyer aufgeführten Galerien ausgesucht worden seien, wollte die Kunsthistorikerin Elke Fegert wissen, schließlich fehlten die Galerien Neuheisel und Elitzer sowie das Kunstprojekt Museum Gosz. Eine gewisse Limitierung sein notwendig gewesen, und man habe darum nur die (klassische) Galerien aufgeführt, die das ganze Jahr über ausschließlich lebende Künstler präsentierten und nicht mit anderen Dienstleistungen wie Rahmungen ihr Geld verdienen, erläuterte Schrader. "Klassische Galerien haben es schwer," stellte Karolin Bohrer fest, und die Künstlerin Alija faßte zusammen: "Was bleibt bei mir bei solchen Aktionen hängen? Wo ist mein Kunstraum?" Es gibt also weiter jede Menge Diskussionsbedarf - über den Kunstraum Saarbrücken und auch über den Kunstmarkt. kjsNächster Termin: "Jour Fix" am Mittowch, 26. Mai, diesmal wieder vis-à-vis der Galerie Bohrer im Atelier Gardy Götzinger, Rosenstraße 18.