1. Saarland

Kapelle war schon Schule und Kaserne

Kapelle war schon Schule und Kaserne

St. Wendel. "Romantik, Realismus und Revolution - das 19. Jahrhundert" ist Thema des Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September. Im Landkreis St. Wendel sind in diesem Jahr die Maria-Magdalena-Kapelle in St. Wendel und die Burg Nohfelden ausgewählt.Maria-Magdalena-Kapelle: Mit dem Beginn des 19

St. Wendel. "Romantik, Realismus und Revolution - das 19. Jahrhundert" ist Thema des Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September. Im Landkreis St. Wendel sind in diesem Jahr die Maria-Magdalena-Kapelle in St. Wendel und die Burg Nohfelden ausgewählt.Maria-Magdalena-Kapelle: Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts kam es durch die Versteigerung säkularisierter Besitzungen des Adels und der Kirche zu weit reichenden Umschichtungen. So kam auch die 1318 erstmals urkundlich erwähnte, Maria Magdalena geweihte, Kapelle 1802 in den Besitz der Stadt St. Wendel und wurde zur Schule umgebaut. In der Folgezeit diente das Bauwerk auch als Oberbürgermeisterei, Kaserne, Schule, als Wohn- und Geschäftshaus und nach Zweiten Weltkrieg als Bücherei und Caritas-Zentrale. Heute wird es als Gast- und Wohnhaus genutzt.

Die Südseite mit Strebepfeilern und die heute für gastronomische Zwecke genutzte Krypta bewahren in weiten Teilen die Bausubstanz der gotischen Kapelle, während die im spätbarocken Stil mit Lisenen- und Pilastergliederung sowie Krüppelwalmdach gestaltete Fassade das Stadtbild prägt. Die Kapelle steht somit für viele Bauwerke, die im Zuge der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts vielfach Umbauten und Umnutzungen erfahren haben. Details zum Bau und seiner Geschichte erläutern Roland Geiger und Johannes Naumann jeweils um elf Uhr und um 16 Uhr.

Die Burg Nohfelden, erbaut von Wilhelm Bossel II. vom Stein, wurde 1285 erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Aussterben der Familie 1345 ging sie über die Grafen von Veldenz schließlich in der Mitte des 15. Jahrhunderts an die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken über. Diese förderten den Kupfererzbergbau auch in Nohfelden und ließen 1530 die mittelalterliche Burganlage erweitern. 1804 versteigerten die Franzosen die Befestigung an die Brüder Cetto aus St. Wendel, die sie zur Gewinnung von Baumaterial teilweise abbrachen.

Die heutigen Reste umfassen neben dem 19 Meter hohen Rundturm und der als unregelmäßigem Viereck geführten Ringmauer auch die Relikte des Pallas und eines Eckturms. Nach archäologischen Grabungen und Sanierungen ab 1995 sowie der Überdachung des Turmes 1999 wurde die im Gemeindebesitz befindliche Burganlage für Besucher zugänglich gemacht.

Um 15.30 Uhr führt der ehemalige Nohfelder Bürgermeister und promovierte Historiker Heribert Gisch durch die Burganlage. Zudem ist eine Präsentation alten Handwerks und ein Kinderprogramm vorgesehen. Außerdem ist das Museum für Mode und Tracht ganztägig geöffnet. red

Weitere Infos bei Josef Simon, Tel. (0 68 51) 80 13 32.