Kanonendonner aus Baumholder reißt Saarländer aus dem Schlaf

Kanonendonner aus Baumholder reißt Saarländer aus dem Schlaf

Heftige Detonationen haben am Dienstagabend viele Menschen im Saarland aufgeschreckt. Artillerie-Gefechtslärm sei in den Landkreisen St.

Wendel, Neunkirchen und Saarpfalz zu vernehmen gewesen, berichteten Ohrenzeugen. Auslöser war nach Informationen der Saarbrücker Zeitung ein Gefechts training der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz im rheinland-pfälzischen Baumholder. Dumpfe Schläge ließen am Dienstag bis in den späten Abend Hauswände zittern und Fensterscheiben vibrieren. Besorgte Anrufer erkundigten sich daraufhin bei den Polizeiwachen. Wie gester ein Sprecher im Mainzer Innenministerium mitteilte, habe das Bundesverteidigungsministerium die umliegenden Landkreise über die in dieser Woche anstehende Übung unterrichtet. Dies dementierte Lukas Kowol, Pressesprecher im St. Wendeler Landratsamt. Zumindest im Landkreis St. Wendel, der dem Übungsgebiet am nächstenliegt, seien den Verantwortlichen kein Gefechtsdonner angekündigt worden.

Der für die Übung zuständige Oberstleutnant in Baumholder bestätigte, dass generell nur die an den Truppenübungsplatz angrenzenden Landkreise Kusel und Birkenfeld über die Haubitzen-Einsätze in Kenntnis gesetzt würden. Er machte die Wetterlage dafür verantwortlich, dass Gefechtslärm "ungewöhnlich weit" bis zu 40 Kilometer ins Saarland hineingetragen worden sei. Bundeswehreinheiten üben demnach heute erneut Artillerie-Schießen. Grundsätzlich werde zwischen 8 und 15.45 Uhr gefeuert. Höchstens zwei Mal pro Woche sei Nachtschießen von 19 bis 23 Uhr erlaubt.

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