Kanalhaie zocken Hausbesitzer im Landkreis ab

Kanalhaie zocken Hausbesitzer im Landkreis ab

St. Wendel. In St. Wendel sind die Haie los - zumindest die "Kanalhaie". Diese durchstreifen jedoch nicht die hiesigen Abwasserkanäle auf der Suche nach Futter. Stattdessen zocken sie Grundstücksbesitzer mit Kanalverstopfung ab. "Wir hatten in jüngster Zeit vermehrt Fälle", sagt der Leiter des Abwasserwerks St. Wendel, Lothar Schmitt

St. Wendel. In St. Wendel sind die Haie los - zumindest die "Kanalhaie". Diese durchstreifen jedoch nicht die hiesigen Abwasserkanäle auf der Suche nach Futter. Stattdessen zocken sie Grundstücksbesitzer mit Kanalverstopfung ab. "Wir hatten in jüngster Zeit vermehrt Fälle", sagt der Leiter des Abwasserwerks St. Wendel, Lothar Schmitt. Er beschreibt das Problem folgendermaßen: "Am Wochenende ist der Abwasserkanal auf einmal verstopft, es fängt an, im Haus übel zu riechen. Die Eigentümer sind außer sich. Also suchen sie im Branchenbuch nach Firmen, die Kanalreinigungen durchführen. Aber nicht alle arbeiten seriös. Die Leute werden über den Tisch gezogen, indem ihnen überteuerte Angebote gemacht werden." In einem Fall war jüngst einem Grundstückseigentümer ein Angebot über 6000 Euro gemacht worden, obwohl die entsprechende Arbeit eher 2400 bis 2600 Euro kostet.Das Problem, das der Abzocke zugrunde liegt, hat selbst nichts mit den Firmen zu tun. "Viele private Entwässerungssysteme sind alt und in einem schlechten Zustand", erklärt Schmitt. Deshalb treten Verstopfungen mittlerweile öfter auf. Er rät den Betroffenen, sich an die Rufbereitschaft des Abwasserwerks zu wenden, die auch am Wochenende und abends erreichbar ist. "Wir können die Leitungen erstmal spülen und anbieten, den Kanal am nächsten Werktag mit einer Kamera zu untersuchen. Denn oft ist es schwer zu sagen, wo die Ursache ist. Ein Laie kann das erst recht nicht erkennen", sagt Schmitt. Die Kanäle seien oftmals schlecht dokumentiert oder verzweigt. Oft sei auch nicht klar, ob die Ursache der Verstopfung noch auf dem Grundstück ist. Hier gilt das Verursacherprinzip. Liegt das Problem im öffentlichen Kanalsystem, ist das kommunale Abwasserwerk zuständig. Liegt das Problem im privaten Kanalanschluss, muss der Grundstückseigentümer für alles aufkommen. Sollte der Kanal saniert werden müssen, bietet das Abwasserwerk auch hier Hilfe an. "Wir haben Vertragspartner mit festen Konditionen, die wir vermitteln können", sagt der Werksleiter. Die Betroffenen könnten sicher sein, dort nicht an Kanalhaie zu geraten. red

Betroffene können sich an das Abwasserwerk St. Wendel wenden, Tel. (0 68 51) 8 09 19 10 oder 8 09 48 22.

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