1. Saarland

Kanal wird per Schlauch saniert

Kanal wird per Schlauch saniert

St. Ingbert. In der Gartenstraße werden in den kommenden Monaten der Hauptkanal und verschiedene Hausanschlüsse fürs Abwasser saniert. Anlass für die Arbeiten sind dabei keine aktuellen Undichtigkeiten, sondern vielmehr eine erstaunlich lange Lebensdauer der dortigen Versorgungsleitungen. "Der Kanal in der Gartenstraße wurde schon in den 30er Jahren geschaffen

St. Ingbert. In der Gartenstraße werden in den kommenden Monaten der Hauptkanal und verschiedene Hausanschlüsse fürs Abwasser saniert. Anlass für die Arbeiten sind dabei keine aktuellen Undichtigkeiten, sondern vielmehr eine erstaunlich lange Lebensdauer der dortigen Versorgungsleitungen. "Der Kanal in der Gartenstraße wurde schon in den 30er Jahren geschaffen. Damit haben die Rohre fast jene 80 Jahre gehalten, über die heute neu gebaute Kanäle abgeschrieben werden", erläutert Roland Gehm, der zuständige Sachbearbeiter im Abwasserbetrieb der Stadt St. Ingbert.

Um die Kanalanlagen in der Gartenstraße für eine ähnlich lange Zeit weiter zu erhalten, würden jetzt gleich mehrere Sanierungsverfahren parallel angewendet. So wenden nach Gehms Angaben derzeit Mitarbeiter der Firma Insituform aus dem fränkischen Röthenbach das sogenannte Schlauchlining-Verfahren an, um bei mehreren Anwesen die Zuflüsse vom Haus zum Hauptkanal wieder vollends dicht und zukunftsfähig zu machen. Beim Schlauchlining wird ein Filzschlauch in die Rohre eingeblasen. In den Schlauch wird dann ein Kunstharzgemisch eingebracht, das vor Ort in einem speziellen Lkw hergestellt wird. Warmes Wasser und Druckluft sorgen dafür, dass sich der Schlauch aufstellt und das eingebrachte Harzgemisch den Kanal abdichtet. Gehm: "Je nach Außentemperatur und Rohrdurchmesser ist ein Anschluss in sechs bis acht Stunden ausgehärtet."

Das Schlauchlining, dessen "Erfolg" schon während der Arbeiten über Monitore und Sensoren sowie nach Abschluss mit Proben der Wandstärke genau analysiert wird, ist in der Gartenstraße bei gut 40 Häusern möglich, die über einen Revisionsschacht im Keller verfügen. Hier kommt auch ein weiterer Vorteil dieser Sanierungsmethode zum Tragen. Baugräben sind nicht nötig, trotz Fahrzeugen und Geräten auf dem Gehweg kann der Straßenverkehr weiter fließen.

Nach Ostern wird laut Stadt in der Gartenstraße auch wieder mit offenen Gräben an Kanälen gearbeitet. "Bei den dann anstehenden Sanierungen vom Hauptkanal zu den Häusern ist es sinnvoller, wieder mit einem anderen Verfahren zu arbeiten", so Gehm. Dabei wird die fränkische Firma auch mit der Rohrbacher Bauunternehmung Steinmann zusammenarbeiten. Nach den Osterfeiertagen wird die Gartenstraße laut Stadt wegen dieser Arbeiten für den Durchgangsverkehr voll gesperrt sein. Innerhalb der Wanderbaustelle wird aber für Anlieger eine Zufahrt zu den Häusern möglich sein.

In einem dritten Schritt, der ab dem 17. Mai geplant ist, werden zudem in einem Streckenabschnitt der Gartenstraße die bis zum 70 Zentimeter durchmessenden Kanalrohre konventionell erneuert. "Dann wird auch die Straßendecke aufgraben", kündigt Roland Gehm an. Die Vollsperrung der Straße bleibt in dieser Zeit bestehen. Das wird voraussichtlich bis Mitte November dauern, erst dann ist der Kanal der Gartenstraße komplett saniert. "Je nach Außentemperatur und Rohrdurchmesser ist ein Anschluss in sechs bis acht Stunden ausgehärtet."

Roland Gehm, Abwasserbetrieb der

Stadt St. Ingbert