Kampfkunst, Körper, Konzentration

St. Wendel. Es herrscht Stille. Nur die Stimme des Lehrers ist leise vernehmbar. Die Konzentration ist hoch. In einem Kreis stehen die Schüler in der Turnhalle. Es ist die siebte Stunde am Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG) in St. Wendel. Elferkurs-Seminarfach mit Thomas Strube, das Thema: Tai-Chi

St. Wendel. Es herrscht Stille. Nur die Stimme des Lehrers ist leise vernehmbar. Die Konzentration ist hoch. In einem Kreis stehen die Schüler in der Turnhalle. Es ist die siebte Stunde am Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG) in St. Wendel. Elferkurs-Seminarfach mit Thomas Strube, das Thema: Tai-Chi. Seit diesem Schuljahr werden einige Klassen und ein Oberstufenkurs am AJG in der chinesischen Kampfkunst unterrichtet. Grund hierfür ist das Projekt "Tai-Chi an saarländischen Schulen", das vom Ministerium für Bildung im Saarland ins Leben gerufen wurde. Das Gymnasium hat sich als Pilotschule beworben. "Wir haben gute Voraussetzungen für das Projekt, da wir in Herrn Strube einen Lehrer haben, der Chinesisch spricht und ausgebildeter Tai-Chi-Lehrer ist", sagt Schulleiter Hans-Georg Frank. Des Weiteren wolle man testen, ob sich dadurch das Lernverhalten und die Konzentration der Schüler verbessern. Außer Strube wird auch ein Chinese als Tai-Chi-Lehrer eingesetzt."Der Kernpunkt bei Tai-Chi ist, dass die Körperwahrnehmung bewusster wird. Die Konzentration ist dadurch gut, weil jeder seinen Körper wahrnimmt", erklärt Strube das Besondere. Schüler, die nach einer Tai-Chi Stunde eine Arbeit geschrieben haben, haben ihm berichtet, dass sie sich besser auf die Arbeit konzentrieren konnten.

Im Seminarfach lernen die Schüler allerdings nicht nur die verschiedenen Bewegungen, sondern beschäftigen sich auch mit der Geschichte dieses Sports. "Der theoretische Anteil ist aber sehr gering, Tai-Chi ist mehr praxisorientiert", sagt Strube. Neben den verschiedenen Stilen sind der Gesundheitsaspekt und die chinesische Medizin Thema.

Wie beim Standardtanz

Nach den Übungen im Kreis stellen sich die Schüler nun in drei Reihen hintereinander. Es folgen fließend ineinander übergehende Bewegungen, die aufeinander aufbauen. Schulleiter Frank erklärt: "Es ist wie beim Standardtanz. Immer wieder kommen neue Schritte hinzu, und irgendwann kann man den Tanz mit all seinen Schritten und Figuren."

Den Schülern gefällt Tai-Chi. "Es ist etwas Neues, das es vorher noch nicht gab, und weil es beruhigend sein soll, wollte ich es ausprobieren", sagt ein Schüler des Kurses, Jens Heinen, 17.

Tai-Chi fördere allerdings nicht nur die Konzentration, sondern auch die Beweglichkeit. "Durch die vielen Figuren wird der Bewegungsapparat angeregt", erklärt Strube. Dies sei besonders wichtig, da viele Schüler in der Freizeit vor dem Fernseher oder Computer sitzen und nicht mehr viel Sport treiben. Eine Schülerin seines Kurses stand früher immer im Hohlkreuz, Strube: "Seit sie Tai-Chi macht, hält sie die Wirbelsäule ganz grade." boos

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