1. Saarland

Kampf um Kita-Plätze in Alt-Saarbrücken

Kampf um Kita-Plätze in Alt-Saarbrücken

Linke und die Bürgerinitiative Franzenbrunnen fordern, dass die ehemalige Kita Gärtnerstraße neu eröffnet wird. Die Stadt will am Franzenbrunnen neu bauen. Das hält auch der Regionalverband für sinnvoll.

Alt-Saarbrücken. Vor acht Jahren haben Eltern und Kinder dagegen protestiert, dass die evangelische Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken ihre Kindertagesstätte (Kita) in der Gärtnerstraße schließt. Dass die Familien auf die Straße gingen, half nichts. Die Kirche blieb dabei: Sie könne sich die Kita nicht mehr leisten. Weil die Kirche nun auch das auf dem selben Gelände stehende Gemeindezentrum, das Gustav-Adolf-Haus, aufgibt und verkaufen will (die SZ berichtete), sehen die Linkspartei und die Bürgerinitiative Franzenbrunnen die Stunde gekommen, die Kita neu zu eröffnen.Die Stadt solle die ehemalige Kita und das Gemeindehaus kaufen, fordert der Linken-Bezirksvorsitzende Lothar Schnitzler. Der Standort sei "bestens geeignet, teilstationäre Hilfen der Sozialbehörden wie beispielsweise Familienhebammen direkt mit der Kindertagesstätte zu verzahnen", sagt Schnitzler.

Die Bürgerinitiative, die das Neubaugebiet am Franzenbrunnen verhindern will, sieht im Standort Gärtnerstraße eine gute Alternative zur am Franzenbrunnen geplanten Kita. Warum soll im oberen Alt-Saarbrücken eine neue Kita in die Natur gebaut werden, wenn es doch im unteren Alt-Saarbrücken bereits passende, zurzeit aber nicht genutzte Räume gibt, fragt der Vorsitzende der Initiative, Matthias Westermann. Auch Schnitzler findet, dass es im oberen Alt-Saarbrücken genug Kita-Plätze gibt. Da müsse nicht "einen Steinwurf weit entfernt eine weitere Einrichtung am Franzenbrunnen errichtet werden, obwohl der eigentliche Bedarf im Bereich der Gärtnerstraße für das untere Alt-Saarbrücken besteht".

Das sieht der zuständige städtische Dezernent Erik Schrader (FDP) ganz anders. Am Triller, auf der Hohen Wacht und am Winterberg, also im oberen Alt-Saarbrücken gebe es Bedarf, sagt er. Auch wenn dort kein Neubaugebiet entstehen würde, brauche man eine zusätzliche Kita. Diese Kita soll möglichst nah an die Grundschule Hohe Wacht, weil man die Arbeit von Schule und Kita verzahnen wolle. "Kommunale Bildungszentren" wolle die Stadt so schaffen.

Auch Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) hält die Franzenbrunnen-Planung der Stadt "für sinnvoll". Der Regionalverband hat ermittelt, dass für 2013/14 im westlichen Alt-Saarbrücken 326 Plätze benötigt werden und es zurzeit 257 Plätze gibt. Auf der Hohen Wacht gibt es 63 Plätze, gebraucht werden 115 Plätze. "Für die beiden Bereiche liegt die Differenz also bei rund 120 Plätzen. Nicht berücksichtigt ist dabei ein eventueller erhöhter Bedarf bei der Erschließung neuer Wohngebiete", sagt Regionalverbands-Sprecher Stefan Kiefer.

Die Kita Franzenbrunnen sei geplant. Das hat bereits Geld gekostet, also wird gebaut, argumentiert Schrader. Den Gebäudekomplex Gärtnerstraße zu kaufen und energietechnisch auf den neusten Stand zu bringen, koste sicher mehr als neu zu bauen. Dieser Standort sei für die Stadt daher zurzeit kein Thema.