1. Saarland

Kaffeefahrten wider Willen - neue Masche soll unter Druck setzen

Kaffeefahrten wider Willen - neue Masche soll unter Druck setzen

Kreis Saarlouis. Kaffeefahrten gelten als Tricks, insbesondere älteren Menschen minderwertige Ware teuer zu verkaufen. Bislang haben sich die Teilnehmer solcher Fahrten jedoch zumindest selbst für die Reise angemeldet. Eine SZ-Leserin hat uns nun auf eine neue Masche von Kaffeefahrten-Veranstaltern aufmerksam gemacht

Kreis Saarlouis. Kaffeefahrten gelten als Tricks, insbesondere älteren Menschen minderwertige Ware teuer zu verkaufen. Bislang haben sich die Teilnehmer solcher Fahrten jedoch zumindest selbst für die Reise angemeldet. Eine SZ-Leserin hat uns nun auf eine neue Masche von Kaffeefahrten-Veranstaltern aufmerksam gemacht. Ohne sich je für eine Kaffeefahrt angemeldet zu haben, erhielt sie einen Brief. Das Schreiben nennt sich "Reisebestätigung" und teilt mit: "Eine Stornierung ist jetzt leider nicht mehr möglich". Bei Nichtantritt der Reise, so heißt es, werde der Veranstalter die Reisekosten von 19,90 Euro "in Rechnung stellen". Das Schreiben endet mit "mit freundlichem Gruß", ohne Absender, ohne Kontaktadresse oder Telefonnummer, ohne jeglichen Ansprechpartner.Silke Schröder von der Verbraucherzentrale Saarbrücken kennt diese neue Art von Kaffeefahrten. "Das halten wir so nicht für zulässig. Diese Schreiben sollen potenzielle Teilnehmer der Fahrten nur unter Druck setzen und so eine Teilnahme bewirken." Wer auf diese Weise angeschrieben werde, habe jedoch nichts zu befürchten: "Schadenersatz kann nur dann gefordert werden, wenn diese Option zuvor in den Geschäftsbedingungen mit dem Kunden vereinbart worden ist. Aber in diesem Fall kam es ja noch nicht einmal zu einer Anmeldung." Wer sich zu keiner Fahrt angemeldet hat, muss also auch nichts zahlen und sollte eventuelle Mahnungen einfach ignorieren. kj

Meinung

Miese Tricks durchschauen

Von SZ-RedakteurinDörte Grabbert

Mit welchen miesen und immer neuen Tricks die mutmaßlichen Betrügerfirmen aufwarten, ist schon enorm. Ihnen rechtlich beizukommen, scheint schwierig zu sein. Da hilft nur, die fiesen Maschen durchschauen zu lernen. Doch das fällt Vielen nicht leicht. Zum Glück gibt es Institutionen wie die Verbraucherzentrale, die potenziellen und tatsächlichen Opfern mit Rat und Tat zur Seite stehen.