Kälte, Kalauer und Kostüme"Alleh Hopp" und "Heijo" in Neunkirchen

Kälte, Kalauer und Kostüme"Alleh Hopp" und "Heijo" in Neunkirchen

Saarbrücken. Etwa 70 Motiv-Wagen und Umzugsgruppen haben sich gestern am 41. Rosenmontagsumzug in Burbach beteiligt. Mehr als 125 000 Zuschauer säumten trotz kalter Temperaturen die Zugstrecke zwischen dem Bürgerhaus Rockershausen und dem Ziel am Burbacher Markt

Saarbrücken. Etwa 70 Motiv-Wagen und Umzugsgruppen haben sich gestern am 41. Rosenmontagsumzug in Burbach beteiligt. Mehr als 125 000 Zuschauer säumten trotz kalter Temperaturen die Zugstrecke zwischen dem Bürgerhaus Rockershausen und dem Ziel am Burbacher Markt. "Das sind deutlich mehr Zuschauer als in den Jahren zuvor", freute sich Peter Lang, Präsident beim Umzug federführenden Karnevalsgesellschaft "Mir sin do".Wie schon in der Sitzungsfastnacht war das Jamaika-Bündnis ein Thema. "Hey Mülli, gib mir auch mal `nen Zuch", so zitierte die Altenkessler IG BCE auf ihrem Motivwagen zum Thema Saarmaika den saarländischen Grünen-Chef Hubert Ulrich. Mit Mülli meinte er in dem erfundenen Dialog den Ministerpräsidenten Peter Müller, der genüsslich an einem Joint zieht.

Eine riesige Krone zierte dieses Mal den Wagen der Tanzschule Bootz-Ohlmann - und das aus gutem Grund. Die Inhaber Ramon und Silvia Gechnidzjani regieren als Prinzenpaar bei der Großen Saarbrücker Karnevalsgesellschaft "M'r sin nit so", die närrisches Jubiläum feiert: 14 Mal elf, also 154 Jahre. So bildeten Tanzschule und die "M'r sin nit so" gemeinsam eine riesige Gruppe mit weit über 100 Zugteilnehmern. Alleine zur Tanzschule gehörten 47 handverlesene Zwerge und etliche Schneewittchen. Weitere Großgruppen im närrischen Lindwurm: Die Grünen Nelken Dudweiler - mit Nelkenfunken, Tanz- und Mottogruppen auch knapp 100 Karnevalisten und die Kulturgemeinschaft Dudweiler Pfaffenkopf. Die feiert wie die "M'r sin nit so" Jubiläum. "Vorhang auf, Bühne frei, Pfaffenkopf seit 55 Johr dabei", so stand es auf ihrem Umzugswagen zu lesen.

Eine weitere gute Nachricht: Dank einer strikteren Regelung entlang der Zugstrecke was hochprozentige Alkoholika angeht und einer neuen Polizeitaktik, war es rund um den Burbacher Rosenmontagsumzug dieses Mal deutlich ruhiger als im Vorjahr, wie Lang nach dem Umzugsende mitteilte.

Neunkirchen.
Gut 100 000 Zuschauer haben gestern zugeschaut: Rund 118 Gruppen haben sich am Rosenmontagsumzug in Neunkirchen beteiligt. Bangten die Narren morgens noch, dass der Umzug wegen des Wetters abgesagt werden muss, klappte nachmittags alles wie am Schnürchen. Der Präsident des Neunkircher Karnevals-Ausschusses NKA, Karl Albert, lobte am Schluss: "Ich denke, wir haben den Neunkirchern wieder was geboten. Solch ein Umzug ist ein Kunstwerk für einen Tag." Auch der Organisationsleiter, Friedel Wagner, konnte sich am Ende entspannt zurücklehnen: "Ich bin zufrieden und erstaunt, wie viele Menschen sich bei diesem Wetter auf den Weg gemacht haben."

All diese Menschen am Straßenrand schien der leichte Schneefall nicht weiter zu stören. Gut gelaunt, schön kostümiert und mit Tüten und Schirmen für das Wurfmaterial bewaffnet, bestaunten sie Fußgruppen und bunt geschmückte Wagen. Egal ob Funkenmariechen, Musikgruppen, Tanzbären, Dinosaurier (Gondwana lässt grüßen) oder die Kasbruchhexen: Auch die Akteure hatten Spaß und wurden nicht müde, "Alleh Hopp" und "Heijo" zu rufen. Die Prinzessin des Neunkircher Prinzenpaares, Prinzessin Judith, resümierte: "Die Neunkircher Narren lassen sich vom Wetter nicht abhalten und das ist schön."

Positiv auch die Rückmeldung der Polizei: "Es ist alles gut und reibungslos verlaufen", meldete Bernd Jurkschat, der zur Führungsgruppe des Polizeibezirks Neunkirchen gehört.