Kälte hält die Besucher fern

Kälte hält die Besucher fern

Eine Kirmes kann der absolute Höhepunkt an einem Familien-Wochenende sein. Aber das Wetter muss mitspielen. Tat es in Friedrichsthal über Ostern aber nicht. Die Oster-Kirmes, die heute ihren letzten Tag hat, war bisher nicht gut besucht.

Friedrichsthal. Eigentlich stimmten am vorigen Wochenende die Rahmenbedingungen: Sonnenschein und Ferienzeit. Was will man als Schausteller mehr? "Es ist zu kalt", sagt Bianca Klein. Sie ist mit ihrem Eisgeschäft "Kleins Eispalast" vom Wetter wohl am meisten betroffen. "Wenn das so weitergeht, lohnt es sich eigentlich nicht mehr. Es wird alles immer weniger", sagt sie und meint damit nicht unbedingt die sinkenden Kinderzahlen.Eher die schrumpfenden Geldbeutel der Erwachsenen: "Es wird einfach alles immer teurer, und die Leute verdienen nicht mehr so viel wie früher. Normalerweise ist hier mehr los."

Die Kirmes hat ja auch einiges zu bieten: Einen Auto-Skooter, zwei Kinderkarusselle, einen Ballonwurf-Stand, Frau Kleins Eispalast und ein Enten-Angel-Spiel. Damit vergnügten sich am vergangenen Sonntagnachmittag die Schwestern Anne-Lena (sieben Jahre) und Marie-Isabel (acht Jahre). Beide angelten fleißig Gummi-Enten aus einer Wasserrinne und kümmerten sich nicht darum, dass eigentlich nicht viel los war.

"Wir sind heute zum ersten Mal auf der Kirmes. Gestern waren die Enkelchen noch nicht bei uns zu Besuch", erklärte die stolze Oma Marina, während ihre beiden Liebsten eine Ente nach der anderen aus dem Wasser zogen.

"Wir sind jedes Jahr hier auf der Oster-Kirmes. Für die Kleinen ist es schon ein Höhepunkt, aber insgesamt ist es in diesem Jahr schon ziemlich ruhig", sagt die stolze Oma.

Bei dieser Familie überwiegt das Positive: Die beiden Schwestern können alle Angebote der Kirmes ohne nervendes Anstehen und Warten in Anspruch nehmen - was Mutter Michaela und Oma Marina weniger Nerven kostet als in den vergangenen Jahren: "Wenn die Kinder Spaß haben, dann freuen wir uns auch", sagt Michaela. Nur auf den Auto-Skooter dürfen die Kinder noch nicht: "Dafür sind sie natürlich noch zu klein", sagt Oma Marina und ergänzt: "Das ist dann doch noch zu gefährlich."

Weniger gefährlich ist das Enten-Angel-Spiel. Damit es reibungslos über die Bühne geht, hat Schaustellergehilfe Neu ein Auge auf die Spielerinnen. Er ist schon seit über 25 Jahren als Aushilfe mit der Kirmes unterwegs und hat deswegen eine eigene Erklärung für die Wochenend-Flaute: "Das ist wegen der Osterfeiertage und des Weißen Sonntags in der kommenden Woche. Hier im Ort sind viele Menschen katholisch. Auf der Kirmes im Herbst ist hier wesentlich mehr los." Und das, obwohl der Begriff "Kirmes" ursprünglich aus dem Kirchweihfest hervorgegangen ist.

Aber auch einen ganz weltlichen Grund hat Neu parat: "An der Bushaltestelle vorne am Markt ist zurzeit auch eine störende Baustelle."

Trotzdem machen sich bei Neu und seinen Kollegen weniger Frust, sondern mehr Hoffnung auf den heutigen Dienstag breit.