Jungpilot hebt mit Papas Robinson ab

Jungpilot hebt mit Papas Robinson ab

Schwalbach. Gewissenhaft überprüft Pascal Jung alle beweglichen Teile an den Rotoren, schaut sich den Motor an, checkt Öl, Benzinmenge, Getriebe und Keilriemen. Es ist die Vorbereitung auf einen Hubschrauberflug über das Saarland. Mit 17 Jahren ist der Schwalbacher Gymnasiast der jüngste Hubschrauberpilot des Saarlandes

Schwalbach. Gewissenhaft überprüft Pascal Jung alle beweglichen Teile an den Rotoren, schaut sich den Motor an, checkt Öl, Benzinmenge, Getriebe und Keilriemen. Es ist die Vorbereitung auf einen Hubschrauberflug über das Saarland. Mit 17 Jahren ist der Schwalbacher Gymnasiast der jüngste Hubschrauberpilot des Saarlandes. "Mich haben Flüge mit dem Helikopter immer begeistert und so habe ich mit 15 Jahren mit der Flugausbildung begonnen" sagt der Pilot. Nach 200 Stunden theoretischer Ausbildung, die unter anderem Navigation, Luftrecht, Flugtechnik, Hubschraubertechnik und Wetterkunde beinhaltet sowie 50 Stunden Praxis, bestand er im März dieses Jahres die Flugprüfung mit Bravour.

Unterwegs mit 185 PS

Ab 17 Jahren darf man in Deutschland einen Helikopter allein fliegen. Seitdem fliegt er so oft wie möglich mit Papas Robinson R 44, um Praxis zu bekommen. Die Maschine hat einen sechs Zylinder Boxermotor, 185 PS und acht Liter Hubraum, die Höchstgeschwindigkeit beträgt zirka 210 Stundenkilometer und mit vollem Tank kommt man 400 Kilometer weit.

"Spaß macht schon die theoretische Vorbereitung auf einen Langstreckenflug. Es müssen die Frequenzen der tangierten Flughäfen, Tankmöglichkeiten und Ersatzflughäfen in ein Logbuch eingetragen werden. Alle Daten werden auf einem Blatt Papier verzeichnet und in den Bordcomputer eingegeben. Erst dann beginnen die eigentlichen Startvorbereitungen."

Pascal Jung startet den Motor und wartet, bis alle Kontrollleuchten grün sind, er meldet den Flug am Tower an und bekommt die Starterlaubnis mit der Abflugrichtung. Die gesamte Vorbereitungszeit hat ungefähr 30 Minuten gedauert und beruhigt die Mitflieger, dass dank des gewissenhaften Checks keine Probleme während des Fluges auftreten.

Fast ohne Vibration oder Schwankungen bringt der junge Pilot den Robinson in die Luft und demonstriert seinen Fluggästen das Schweben in geringer Höhe (ein bis zwei Meter über dem Boden) sowie Drehungen - dann gewinnt der Helikopter an Höhe und ist schnell auf einer Höhe von 500 Metern über dem Boden. Ein blauer Himmel mit ein paar dicken Cumulus-Wolken und eine klare Sicht sorgen für ein gutes Fluggefühl. Ständig ist Pascal mit dem Tower von Zweibrücken und Saarbrücken in Kontakt, deren Sicherheitsbereich tangiert wird. Er weist daraufhin, dass er auf Flugaktivitäten des Modellflugplatzes zwischen Elm und Püttlingen achtgeben muss oder auf andere Flugobjekte, die an diesem Tag in der Luft sind. "Du bist beim Fliegen ständig in Bewegung, alle Körperteile sind gefragt. Mit den Füßen wird der kleine Heckrotor gesteuert, die linke Hand verstellt den großen Rotor und gibt Gas, die rechte Hand hält den Steuerknüppel und ist somit für eine ruhige Fluglage zuständig. Darüber hinaus blickt man ständig auf den Bordcomputer und beobachtet den Flugraum durch die großen Scheiben des Hubschraubers", betont Pascal Jung. Man merkt, dass ihm das Steuern des Helikopters Spaß macht. Er freut sich besonders auf Langstreckenflüge nach Berlin oder in die Schweiz.

Gewissenhafte Checks

Neben dem Fliegen hält sich der Jugendliche mit Tennis und regelmäßigem Joggen fit. Auch seine berufliche Zukunft hat er schon fest im Blickfeld. In diesem Jahr beendet er das Gymnasium mit dem Fachabitur und ab Juli absolviert er eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann in der Firma seines Vaters. Sein Aufgabenbereich wird der Aufbau eines Online-Shops sein, der ab September ins Netz gestellt wird. Der Jungpilot hat seine Zukunft geplant.

Ausgestiegen wird erst, wenn die Rotoren stehen. Fotos: Robert Claus.

In dem Fluggerät hält er sich peinlich genau an die Flugvorgaben des Towers in Zweibrücken, bevor er in Richtung Landeplatz vor der großen Halle fliegt, wo der Hubschrauber geparkt wird. Sanft landet der Helikopter auf dem Boden und die Fluggäste dürfen erst aussteigen, wenn die Rotoren stillstehen. Dann wird der Robinson wieder sehr genau überprüft und eigenhändig zieht der 17-Jährige den Helikopter wieder auf seinen Platz in der großen Halle zurück.

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