Junge Leute lernen mehr als das Kochen

St. Wendel. Okroschka, so hieß das erste Gericht, das am 28. Juli als Einstieg in den Kochkursus der St. Wendeler Tafel zubereitet wurde. Hier können 14 Jugendliche mit Migrationshintergrund noch bis Ende des Jahres einmal wöchentlich kochen lernen. Seit über zehn Jahren existiert eine Jugendhilfegruppe innerhalb der Caritas in St. Wendel

St. Wendel. Okroschka, so hieß das erste Gericht, das am 28. Juli als Einstieg in den Kochkursus der St. Wendeler Tafel zubereitet wurde. Hier können 14 Jugendliche mit Migrationshintergrund noch bis Ende des Jahres einmal wöchentlich kochen lernen. Seit über zehn Jahren existiert eine Jugendhilfegruppe innerhalb der Caritas in St. Wendel. Einmal pro Woche treffen sich die Jugendlichen, die ihre Wurzeln größtenteils in Russland, Kasachstan und Kirgisien haben, mit Sozialarbeiter Waldemar Sel und treiben gemeinsam Sport oder besprechen interessante Themen. Durch den Umzug der St. Wendeler Tafel in ihr neues Zuhause und die neue Küche ist es nun möglich, auch Kochkurse anzubieten. "Wir starten mit einem Kochkursus für unsere Jugendlichen, später sollen auch Kurse für Erwachsene angeboten werden. Dabei wollen wir den Teilnehmern aber nicht nur das Kochen beibringen, sondern auch die wichtigsten Benimmregeln", erklärt Anja Theisen-Schäfer, die Leiterin der Tafel. Unterstützt werden die Jugendlichen von einer kirgisischen Köchin, die ihnen dabei hilft, die verschiedenen Gerichte zuzubereiten. So auch Okroschka, eine kalte Suppe, die vor allem in Russland bekannt ist. Sie besteht aus Radieschen, Gurken und anderem Gemüse. "Man isst sie vor allem an warmen Sommertagen, wenn man nicht so viel Appetit hat", sagt Sozialarbeiter Sel. Bis Jahresende werden die Jugendlichen noch viele verschiedene Gerichte zubereiten, zum Beispiel Borschtsch, eine Kohlsuppe, Akroschka, eine kalte Eiersuppe, gefüllte Paprika oder russische Pfannkuchen, die Blini heißen. Einer der Teilnehmer, Konstantin Peters, ist seit zwei Jahren ein Teil der Gruppe. Der 16-jährige Namborner fühlt sich hier wohl, obzwar er noch nicht kochen kann, wie er verrät. "Wir machen viele schöne Sachen, spielen Fußball oder fahren zusammen mit Waldemar am Wochenende weg und machen Seminare", erzählt er. Innerhalb der Gruppe sei ein guter Zusammenhalt und es sei eine Hilfe, sich besser in der Gesellschaft zurechtzufinden. Alle Mitglieder der Gruppe freuen sich bereits auf die weiteren Kochkursustermine. Und sie hoffen dabei, dass sie bereits im nächsten Jahr gute Köche sind. jkl

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