Kommentar: Josef Dörr sollte sich schämen

Kommentar : Josef Dörr sollte sich schämen

Ob Josef Dörr nun ein überzeugter Rechtsradikaler ist oder – eher wahrscheinlich – ein schamloser Opportunist, dem es egal ist, mit wem er sich gerade verbündet, solange es ihm nützt, macht keinen Unterschied.

Wer bei einer gemeinsamen AfD/Pegida-Demonstration mit Rechtsradikalen vom Schlage des verurteilten Volksverhetzers Lutz Bachmann auf die Straße geht, sollte sich abgrundtief schämen. Dörrs Masche, sich hinterher dumm zu stellen, verfängt nicht mehr.

Mit der Trauer um den ermordeten Daniel H. hat der Klamauk in Chemnitz nichts zu tun. Nur damit wir uns richtig verstehen: Die Tat verdient Verachtung, wie jeder Totschlag, jeder Mord und jede Messerattacke. Dass die Tat Menschen längst nicht nur in Sachsen aufwühlt, ist verständlich. Über Misserfolge bei der Integration müsste die Politik daher ausführlicher und ehrlich diskutieren.

Aber für diese Debatte bedarf es keines unwürdigen Schauspiels, wie es Dörr und Konsorten in Chemnitz aufgeführt haben. Der AfD-Landeschef ist mit seinen 80 Jahren wirklich alt genug, um zu wissen, was er anrichtet.

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