1. Saarland

Jobmesse wieder ein großer Erfolg

Jobmesse wieder ein großer Erfolg

Merzig. Zwei Dutzend Schüler stehen um Matthias Schmidt herum. Der Koch trägt eine schwarze Uniform und hantiert gerade mit einer Spritztüte. Mit dem Kartoffelpüree formt er kleine Häubchen auf einem Backblech. Fasziniert schauen die Jugendlichen zu. "Ich finde das interessant, was er hier macht. Ich koche auch gerne, eigentlich jeden Tag

Merzig. Zwei Dutzend Schüler stehen um Matthias Schmidt herum. Der Koch trägt eine schwarze Uniform und hantiert gerade mit einer Spritztüte. Mit dem Kartoffelpüree formt er kleine Häubchen auf einem Backblech. Fasziniert schauen die Jugendlichen zu. "Ich finde das interessant, was er hier macht. Ich koche auch gerne, eigentlich jeden Tag. Und habe auch mal überlegt, Koch zu werden, aber mittlerweile tendiere ich eher zu Krankenpfleger", sagt Noé Souman (17), Schüler am Berufsbildungszentrum (BBZ) Merzig.Das Showkochen war neben Vorträgen und Infoständen ein Bestandteil der Jobmesse für das Gastgewerbe am Donnerstag im Merziger BBZ. Unter dem Motto "Service, der Freu(n)de bringt - Rezepte für die Zukunft" stellte die veranstaltende Agentur für Arbeit Berufsbilder vor. Für potenzielle Auszubildende - und Jobsuchende. Darunter waren zum Beispiel Hotelfachmann oder -frau, Restaurantfachfrau, Koch oder Fachmann für Systemgastronomie. Nachdem die Premiere der Messe im Mai 2008 so erfolgreich verlief, war auch die zweite Auflage sehr erfolgreich. "Wir hatten im vergangenen Jahr rund zwölf Einstellungen", erinnert sich Marlene Redler, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit in Saarlouis, die auch für den Landkreis Merzig-Wadern zuständig ist. "Wichtig ist auch, dass bei jedem der Info-Teams Azubis dabei sind", ergänzt Teamleiter Thomas Leidinger. Angeschrieben wurden alle Schulen im Kreis. "Die Leute brauchen Orientierung, die bieten wir. Zumal unsere Branche über das Maß hinaus ausbildet und so ein Wachstumsmotor ist", weiß die Merziuger Gastronomin Ursula Blasius vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Während in der Branche mit 70 Prozent die Mädchen überwiegen, ist es bei den Köchen umgekehrt und die Jungs dominieren bei den Interessenten. Für Irina Michejlis aus Mettlach ist Köchin jedenfalls der Traumberuf. "Nur die Arbeitszeiten sind halt nicht so gut", sagt die 18-Jährige. Auch Julia Kiefer (14) kann sich gut vorstellen, einmal Köchin zu werden. Kristina Wacker aus Merzig hingegen würde es reizen, Hotelfachfrau zu werden. "Da muss man auch bei zickigen Leuten ruhig bleiben, immer freundlich sein. Aber das mit dem Lächeln ist machbar", kennt sich die 16-Jährige mit den Anforderungen offenbar schon sehr gut aus. Auch bei den Ausstellern kommen Arbeitszeiten und Freundlichkeit als Knackpunkte immer wieder heraus. Aussteller waren das Victor's Residenzhotel Schloss Berg, der Linslerhof in Überherrn, McDonalds, das Hotel Restaurant Römer in Merzig, der Dagstuhler Hof in Wadern, das Restaurant Castello Bianco in Lockweiler und der Partyservice Christ aus Dillingen. Martin Kirsch, Direktor des Linslerhofs, durfte sich sogar direkt über eine erfolgreiche Anbahnung freuen. Bei ihm wird der 21-jährige Sascha Schneider eine Ausbildung als Hotelfachmann beginnen. Auch Evi Palermo vom Castello Bianco hat viel Interesse ausgemacht. Wichtig sind für sie "die einfachen Dinge, die früher selbstverständlich waren". Damit meint sie Pünktlichkeit, Durchhaltevermögen, gute Umgangsformen und Engagement. Lächeln sei das A und O, schließlich komme der Gast zum Entspannen. Christian Anton macht eine Ausbildung als Hotelfachmann im Hotel Römer. Er sagt: "Man braucht Freundlichkeit, Offenheit gegenüber den Gästen." Durch ein Praktikum wusste er schon vorher, was ihn erwartet. Dagmar Koustan, Personalleiterin bei Victor's, ist überzeugt: "Man muss es gerne machen, dafür geboren sein, Gastgeber zu sein. Da ist die Persönlichkeit wichtig." Dass die Aufstiegsmöglichkeiten in der Branche gut sind, bestätigen Thorsten Neuholz und Melanie Engel. Die Fachkräfte für Systemgastronomie bei McDonalds müssen wissen, wie man mit Menschen umgeht, welchen Ton es bei wem anzuschlagen gilt. Denn schon direkt nach der Ausbildung kann es passieren, dass man als Teamleiter mit gerade mal 19 Chef ist und sich dann durchsetzen muss. "Man braucht Freundlichkeit und Offenheit."Christian Anton, Azubizum Hotelfachmann