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Arbeitslosigkeit soll weiter sinken
Job-Boom im Saarland geht 2018 weiter

Saarbrücken. Experten rechnen im neuen Jahr nochmals mit deutlich weniger Arbeitslosen im Land. Immer mehr Betriebe melden offene Stellen.

Zum Jahreswechsel erhöhen sich die Chancen für arbeitslose Saarländerinnen und Saarländer, wieder einen qualifizierten Job zu finden. Aus nahezu allen Branchen melden Unternehmen freie Stellen. Heidrun Schulz, Regionalchefin der Bundesagentur für Arbeit, rechnet deshalb damit, dass die Zahl der Arbeitslosen im neuen Jahr im Mittel um weitere 1000 sinken wird. Zuletzt waren hierzulande rund 34 500 Menschen ohne Job. Dies entspricht einer Quote von 6,7 Prozent. Schulz begründet ihre Prognose mit der derzeit erfreulichen Konjunktur-Entwicklung und den meist gut gefüllten Auftragsbüchern der Firmen.  „Derzeit deutet sich nichts Bedrohliches an, was die Lage am saarländischen Arbeitsmarkt verschlechtern könnte“, sagte Schulz gestern in Saarbrücken.


Die meisten der bis Jahresende gemeldeten 28 300 freien Stellen kommen aus Betrieben mit Zeitarbeit, dem Handel, dem verarbeitenden Gewerbe sowie aus Büros von Steuerberatern, Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Architekten. Auch Logistikunternehmen suchen Personal.

Als größten Hoffnungsträger für den Arbeitsmarkt im Land sieht Schulz den Bereich der Informationstechnologie (IT). Man könne davon ausgehen, dass aus der Universität heraus sowie durch die Ansiedlung des Helmholtz-Zentrums für Cyber-Sicherheit zahlreiche weitere Aktivitäten mit hohem Personalbedarf hervorgehen. „Das sind sehr gute Nachrichten für uns im Saarland“, betonte Schulz. „Ich sehe in der hiesigen IT derzeit eine riesige Sogwirkung. Deshalb müssen wir auch mehr um qualifiziertes Personal aus dem In- und Ausland werben.“ Dabei sei es wichtig, dass man umzugswilligen Familien geeigneten Wohnraum und gute Bildungsmöglichkeiten für Kinder inklusive Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuung zur Verfügung stellen könne. Ein zusätzlicher Anreiz, ins Land zu kommen, wäre nach Ansicht von Schulz gegeben, wenn man im Zusammenhang mit dem Helmholtz-Zentrum über die Einrichtung einer englischsprachigen Schule nachdenken würde. Diese solle als Ergänzung, nicht als Konkurrenz zur Frankreich-Strategie der Landesregierung gesehen werden.



Angesichts von mehr als 20 000 Berufspendlern aus Frankreich sollte jedoch die Konzentration auf Französisch als Fremdsprache weiter Vorrang haben, erklärte die Chefin der Arbeitsagentur. Dies auch angesichts der Tatsache, dass zahlreiche Unternehmen im Land Geschäftsbeziehungen zu Frankreich pflegen.

Ende 2017 lag die Zahl der Arbeitslosen um etwa 2400 oder 6,5 Prozent unter dem Wert von 2016, sagte Schulz.Sie sei in allen relevanten Bereichen gesunken: von der Jungendarbeitslosigkeit bis hin zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen.