1. Saarland

Jetzt muss "Butter bei die Fische"

Jetzt muss "Butter bei die Fische"

Jochen Dahm wirkte fast übermütig, als er am Freitagmittag den versammelten Pressevertretern die Meeresfischzuchtanlage vorstellte. Eins der vier Becken gefüllt, das Wasser in sprudelnder Bewegung, der Reinigungs-Kreislauf in Funktion - bald, so scheint es, fällt eine Last von den Schultern des Völklinger Stadtwerke-Geschäftsführers

Jochen Dahm wirkte fast übermütig, als er am Freitagmittag den versammelten Pressevertretern die Meeresfischzuchtanlage vorstellte. Eins der vier Becken gefüllt, das Wasser in sprudelnder Bewegung, der Reinigungs-Kreislauf in Funktion - bald, so scheint es, fällt eine Last von den Schultern des Völklinger Stadtwerke-Geschäftsführers. Denn wenn die Anlage läuft und nach und nach mit Fischen besetzt wird, übernimmt jemand anderes: Um den Betrieb kümmert sich dann Bert Wecker, Chef der Firma Neomar.Doch zurücklehnen kann Dahm sich nicht. Die Gesamtverantwortung bleibt bei ihm. Und Ende 2013 sollen die ersten Fische aus der Anlage auf den Markt kommen - doch noch ist offen, wo, wie und von wem sie weiterverarbeitet werden und wer sie in den Handel bringt. Das zu regeln, ist Dahms Sache. Pünktlich, ohne Extrakosten. Die bisherigen Verzögerungen hatte Dahm jüngst mit dem Satz kommentiert, man baue ja "kein Eigenheim, sondern eine Industrieanlage". Doch auch das geht sehr verlässlich, wie private Projekte in der Nähe zeigen: Saarstahl schafft es immer, Zeit- und Kostenpläne einzuhalten - eben ist die Erweiterung der Elektro-Ausbildungswerkstatt fertig geworden, im November soll die neue Sekundärmetallurgie folgen.

Die Technik der Meeresfischzuchtanlage überzeugt; was die Fachleute erläutern, weckt Vertrauen. Auf anderer Ebene aber ist Vertrauen verloren gegangen: Welchen Zahlen darf man glauben? Der Bau hat 16 Millionen Euro gekostet. Zu Beginn, sagte Dahm, habe man knapp 15 Millionen veranschlagt - jedoch war beim Projektstart von 13 Millionen die Rede, eine Zahl, die man auch auf der Internetseite der Gewerbeansiedlungsgesellschaft Völklingen nachlesen kann. Hier geht es um öffentliches Geld. Darüber ist Dahm den Völklingern klare Auskunft schuldig.