Jelicic macht's fast im Alleingang

Püttlingen · Obwohl die Handballerinnen des HSV Püttlingen die erste Hälfte des Oberliga-Derbys gegen den TBS Saarbrücken verschlafen haben, waren sie mit 39:33 erfolgreich. Überragende HSV-Spielerin war Aleksandra Jelicic.

Trotz Startschwierigkeiten hat sich der Favorit durchgesetzt. Im Saar-Derby der Damenhandball-Oberliga gewann der HSV Püttlingen am Samstag zuhause gegen den TBS Saarbrücken mit 39:33 (16:17). Während sich HSV-Trainer Hans-Werner Müller nach dem Spiel noch über den mäßigen Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Hälfte ärgerte, war der Saarbrücker Übungsleiter Andreas Birk gar nicht in der Halle zu finden. Er sei aus terminlichen Gründen verhindert gewesen, erklärte Dieter Wacker, Cheftrainer der TBS-Damenabteilung.

"Trainer Andreas Birk sowie die Mannschaft und die Verantwortlichen im Verein brauchen zur Zeit etwas Bedenkzeit, um ein gemeinsames Ziel zu formulieren", sagte Wacker nach der Niederlage. Offensichtlich sind sich nicht alle im Verein einig darüber, ob sie mit allen Mitteln in der Klasse bleiben wollen, oder ob ein etwaiger Abstieg in Kauf genommen wird, um im kommenden Jahr in der Saarlandliga neu anzugreifen. "Die Abwehr ist der Liga körperlich einfach noch nicht gewachsen", fand Wacker. Auch Birk ließ schon während der Woche verlauten, dass der TBS "eigentlich ein Jahr zu früh in die Oberliga aufgestiegen" ist.

Die Spielerinnen boten dem körperlich überlegenen Gegner allerdings in der ersten Hälfte die Stirn. Immer wieder stellte der TBS die Püttlinger Abwehr vor unlösbare Aufgaben, zeigte mit sehenswerten Spielzügen sein ganzes Potenzial und drehte nach anfänglichem Rückstand die Partie. "Mit so einem Abwehrverhalten, wie es bei uns in der ersten Halbzeit der Fall war, gewinnst du in dieser Liga kein Spiel", ärgerte sich Hans-Werner Müller. Da gelte auch nicht die Ausrede, dass die zuletzt so formstarke Blerta Ilazi und Torhüterin Katrin Lill auf der Püttlinger Seite fehlten.

HSV-Torfrau Myriam Bernardi wurde von ihrer Abwehrreihe ein um das andere Mal im Stich gelassen, und so ging der Außenseiter aus der Landeshauptstadt mit einer 17:16-Pausenführung in die Kabine. Doch nach der Halbzeit entwickelte sich ein völlig anderes Spiel. Nach einer deutlichen Ansprache des Trainers präsentierte sich der HSV Püttlingen wesentlich durchschlagskräftiger und entschlossener als in der ersten Hälfte. Zudem verursachte der TBS Siebenmeter am Fließband, die die erfahrene HSV-Akteurin Aleksandra Jelicic allesamt verwandeln konnte. Nach 42 Spielminuten lag Püttlingen schon souverän mit 27:21 in Führung. "Es ist wohl eine Kopfsache, dass wir immer diese Anfangsviertelstunde in der zweiten Halbzeit verschlafen", analysierte TBS-Spielerin Lena Zimmermann. Eine Frage der Kraft sei es nicht, betonte sie.

Nach dem Durchhänger spielte der TBS wieder mit, konnte den deutlichen Rückstand aber nicht mehr verkürzen - und so ging die erfahrenere Mannschaft am Ende mit 39:33 als Sieger vom Platz. Herausragend auf HSV-Seite war Aleksandra Jelicic mit 15 Treffern. Doch auch die TBS-Damen ließen den Kopf nicht hängen. Bis zur Winterpause bleiben ihnen noch drei Spiele, um wichtige Punkte für den Klassenverbleib zu sammeln.