1. Saarland

Jeder Schritt ein Stein

Jeder Schritt ein Stein

Ein Haus für die Inderin Shaila und ihre Kinder – das war die Motivation für 210 Hasborner Schüler zu einem Solidaritätslauf aufzubrechen. Dank ihres Engagements kamen am Ende mehr als 5000 Euro für den guten Zweck zusammen.

An der Grundschule Hasborn achten die Lehrer darauf, den Schülern schon früh ein soziales Bewusstsein zu vermitteln. Aus diesem Grund veranstalteten sie einen Solidaritätsmarsch in Zusammenarbeit mit dem Jochen-Rausch-Zentrum in St. Wendel. Gesammelt wurde für den Bau eines Hauses in Indien.

Beginn des Marsches war die Pfarrkirche in Hasborn, wo die Kinder zuvor einen Gottesdienst besucht hatten. Bei Sonnenschein wanderten insgesamt 210 Kinder durch die Dorfmitte bis in den Wald zur Mariengrotte, wo die Kinder pausierten, bevor sie zurück zur Grundschule marschierten.

Im Vorfeld konnten die Schüler bei Eltern, Großeltern, Verwandten und Nachbarn Spenden sammeln, um damit das Witwenprojekt des Jochen-Rausch-Zentrums zu unterstützen, im Zuge dessen Häuser für indische Witwen mit vielen Kindern gebaut werden. Leiter dieses Projektes ist Peter Adams. "Die Frauen in Indien, die ihre Männer verloren haben, stehen praktisch vor dem Nichts. Wenn sie keinen Besitz vorweisen können, dann können sie überall verstoßen werden", erklärte Adams. Den Kontakt zwischen Zentrum und Grundschule stellte die Lehrerin Gisela Klein her. Zusammen mit Adams engagiert sie sich in Alsweiler für fairen Handel und bat ihn, das Witwenprojekt in der Schule vorzustellen. "Wir haben vor zwei Jahren, zur Fastenzeit, schon einmal einen Solidaritätsmarsch mit den Kindern gemacht. Damals ging der Erlös an die Kinderfastenaktion von Misereor, die Kinder in den Armenvierteln von Peru unterstützte", sagte Klein. "Nach einem Jahr Pause wollten wir in diesem Jahr gerne wieder ein soziales und kindgerechtes Projekt unterstützen, und so entschied sich das Lehrerkollegium für das von Peter Adams", sagte sie weiter.

Gesagt, getan. Adams kam wenige Wochen vor dem Marsch in die Grundschule nach Hasborn und erklärte Lehrern und Schülern konkret, für wen ein Haus gebaut werden solle und welche tragischen Umstände zur Notlage der Familie führten. Die erst 26 Jahre alte Shaila Lakshmi lebt in dem Dorf Kavelkinaru in Indien. Ihr Mann Nambi verstarb vor über vier Monaten an Krebs. Da das Einkommen der Familie mit drei Kindern schon vor dem Tod des Alleinverdieners kaum zum Überleben gereicht hatte, braucht die Witwe Shaila jetzt dringend Hilfe.

"Dieses Schicksal bewegte die Kinder. Auch als sie hörten, wie klein das neue Haus mit nur zwei Zimmern und einem kleinen Bad sein wird, das für die Familie gebaut werden soll, waren sie erstaunt", berichtete Gisela Klein. Damit sich die Kinder besser vorstellen können, wie klein genau das Haus für Sheila, ihre drei Kinder und ihre Eltern mit nur 24 Quadratmetern werden wird, haben die Lehrer diese Fläche mit Hütchen abgesteckt. Die Anteilnahme der Grundschüler an dem Schicksal der jungen Frau und ihren Kindern zeigte sich auch, als die beiden neunjährigen Mädchen Angelina Groß und Laura Rupp dem Projektleiter Peter Adams ein Bild, das sie aus Bügelperlen gebastelt haben, überreichten, das er bei seinem nächsten Besuch mit nach Indien nehmen solle. Insgesamt kamen bei der Spendenaktion der Grundschule 5131,96 Euro zusammen, womit der Bau des 96. Hauses in Indien garantiert ist, das zirka 4500 Euro kosten wird. Es wird den Namen "Haus Kinder Grundschule Hasborn-Dautweiler Saarland - Germany 2013" tragen.

Spenden an Jochen-Rausch-Zentrum St. Wendel, Kreissparkasse St. Wendel, Kontonummer 84616, BLZ 592 510 20.